MRD als therapeutischer Wegweiser bei AML und MDS

MRD-Monitoring macht drohende Rezidive früher sichtbar

Interview
|Erschienen am: 
|Lesezeit: 5 Min
Dr. Platzbecker erläuterte im Interview: „Moderne molekulare und immunphänotypische Verfahren können eine verbliebene Tumorzelle unter 10.000 bis 100.000 gesunden Zellen nachweisen.“

Eine minimale Resterkrankung zeigt bei akuter myeloischer Leukämie und myelodysplastischem Syndrom drohende Rückfälle früh an. Langzeitdaten aus RELAZA-2 belegen den Nutzen des MRD-Monitorings für präemptive Therapien. Dr. Anne Sophie Platzbecker vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, Erstautorin der Studie, erklärt, was die Daten für die Praxis bedeuten.

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Frau Dr. Platzbecker, welche Bedeutung hat die minimale Resterkrankung (MRD) heute in der Verlaufskontrolle von AML- und MDS-Patient:innen?

Dr. Platzbecker: Die MRD hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten prognostischen Parameter in der AML und zunehmend auch beim MDS entwickelt. Sie erlaubt eine deutlich präzisere Risikostratifizierung als ein Blutbild oder die Knochenmarkmorphologie allein. Gerade nach intensiver Chemotherapie oder allogener Stammzelltransplantation ist die MRD ein Frühwarnsignal: Ein molekulares oder immunphänotypisches Wiederauftreten der Erkrankung geht dem hämatologischen Rezidiv häufig um Wochen bis Monate voraus.

Dadurch entsteht ein therapeutisches Zeitfenster, in dem eine Behandlung bereits bei sehr geringer Tumorlast eingeleitet werden kann. Heute geht es deshalb nicht mehr nur darum, ein Rezidiv möglichst früh zu erkennen, sondern idealerweise zu verhindern.

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