Alternative zu Mycophenolat-mofetil

Ruxolitinib reduziert akute GvHD nach allogener Stammzelltransplantation

Aus der Fachliteratur
|Erschienen am: 
|Lesezeit: 2 Min
Nach einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation ist eine akute GvHD eine Hauptursache für Morbidität und Mortalität.

Als Teil der medikamentösen GvHD-Prophylaxe konnte Ruxolitinib das Risiko akuter Verläufe gegenüber Mycophenolat-mofetil um 30 Prozentpunkte senken. Bei der Verträglichkeit gab es keinen derartigen Unterschied.

Der JAK1/2-Inhibitor Ruxolitinib konnte Mycophenolat-mofetil in der Prophylaxe einer akuten Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) nach haploidentischer Stammzelltransplantation nicht nur ersetzen, sondern sogar übertreffen. Forschende um Dr. Hengwei Wu, Zhejiang University School of Medicine, Hangzhou, hatten beide Optionen in einer Phase-3-Studie verglichen.

Das Team schloss 215 Personen an fünf chinesischen Zentren ein, die wegen einer hämatologischen Neoplasie ihre jeweils erste haploidentische, hämatopoetische Stammzelltransplantation durchliefen. Alle erhielten als GvHD-Prophylaxe Antithymozytenglobulin, einen Calcineurin-Inhibitor und ein Kurzregime Methotrexat. 1:1 randomisiert kamen niedrig dosiertes Ruxolitinib oder Mycophenolat-mofetil hinzu.

 

An Tag 100 hatten nur sieben Erkrankte des Ruxolitinib-Arms (6,8 %) eine akute GvHD vom Grad II‒IV entwickelt. In der Kontrollgruppe waren es hingegen 38 Behandelte (36,9 %; HR 0,15; p < 0,0001).

Rate schwerer Nebenwirkungen unterschied sich nicht

Die häufigsten Nebenwirkungen vom Grad 3‒4 umfassten Thrombozytopenie (17 % vs. 11 %), Neutropenie (14 % vs. 12 %), Anämie (12 % vs. 9 %) und Zystitis (7 % vs. 10 %). Insgesamt unterschied sich die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse mit 30 % im Prüfarm und 35 % unter dem Standardprotokoll kaum. Im Ruxolitinib-Arm gab es zudem keine damit assoziierten Todesfälle.

Niedrig dosiertes Ruxolitinib habe gegenüber Mycophenolat-mofetil die Rate an akuter GvHD nach haploidentischer Stammzelltransplantation gesenkt, so die Autor:innen. Gleichzeitig bezeichnen sie das Toxizitätsprofil als beherrschbar. Alles in allem stützten die Ergebnisse das Vorhaben, die bisher therapeutisch eingesetzte JAK1/2-Inhibition weiter für die GvHD-Prophylaxe zu erforschen.

Wu H et al. Lancet Haematol 2026; 13(8): e533-e544; doi: 10.1016/S2352-3026(26)00167-5

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