Myelofibrose: Kombination lässt die Milz wieder schrumpfen
Durch Selinexor plus Ruxolitinib reduziert sich das Milzvolumen schnell und anhaltend bei Patient:innen mit Myelofibrose. In der SENTRY-Studie gab es zudem einen bedeutsamen OS-Vorteil gegenüber alleinigem Ruxolitinib.
Das Regime Selinexor und Ruxolitinib ist ein neuer Therapieansatz für Erkrankte mit JAK-Inhibitor-naiver Myelofibrose, so das Fazit von Prof. Dr. John Mascarenhas, Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York, zur SENTRY-Studie. Darin erhielten 353 Patient:innen 2:1 randomisiert die Kombination oder Placebo + Ruxolitinib. Koprimäre Endpunkte umfassten die Reduktion des Milzvolumens um mindestens 35 % (SVR35) und die absolute Veränderung des Total-Symptom-Score (TSS), jeweils nach 24 Wochen.
Knapp die Hälfte erzielte in SENTRY ein Milzansprechen
49,8 % versus 28,0 % der Erkrankten aus Prüfarm versus Kontrolle erzielten ein SVR35 zu Woche 24 (OR 2,58; p < 0,0001). Der Benefit war über alle präspezifizierten Subgruppen hinweg konsistent. Die Reduktion des Milzvolumens bezeichnete der Referent als „schnell, tief und anhaltend“.
Der TSS unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Median verringerte sich der absolute Score aber um 9,9 Punkte unter der Prüfkombination und um 10,9 Punkte unter alleinigem Ruxolitinib. In beiden Armen beobachteten die Verantwortlichen Reduktionen über alle Symptomdomänen hinweg, erklärte Prof. Mascarenhas.
4,7 % gegenüber 10,2 % der Patient:innen waren gestorben, was einer Hazard Ratio von 0,43 entspricht (p = 0,022). Die häufigsten Todesursachen umfassten Krankheitsprogress (1,3 % vs. 2,5 %) und Nebenwirkungen (1,3 % vs. 4,2 %). Die SVR35 erwies sich dabei als prädiktiv für das OS – und das unabhängig von der jeweiligen Therapie. 98 % der SVR35-Responder:innen und 88 % der Nicht-Responder:innen lebten noch nach 72 Wochen.
Schwere Nebenwirkungen nahmen mit Selinexor kaum zu
Das Sicherheitsprofil sei handhabbar, Überraschungen gab es laut Prof. Mascarenhas nicht. 70,1 % versus 50,0 % der Teilnehmenden aus Prüfarm versus Kontrolle erlitten Grad ≥ 3 TEAE. Die Raten schwerer Nebenwirkungen unterschieden sich mit 26,9 % versus 24,1 % kaum. 14,5 % bzw. 8,6 % mussten die Behandlung aufgrund von TEAE jeglichen Schweregrads abbrechen.
Die häufigsten Ereignisse vom Grad 3 oder höher umfassten Anämie (37 % vs. 32 %), Thrombozytopenie (18 % vs. 3 %) und Neutropenie (16 % vs. 7 %). Eine Transformation zu einer akuten Leukämie schien eher selten (jeweils 1,7 %).
Mascarenhas J et al. 2026 ASCO Annual Meeting; LBA6500