Tetanus

Im Rahmen unserer Website-Modernisierung arbeiten wir kontinuierlich daran, Ihnen noch bessere und aktuellere Informationen zu bieten. Diese Seite wird in Kürze überarbeitet und mit frischen Inhalten versehen.
Erschienen am: 

Tetanus wird durch Clostridium (C.) tetani verursacht, ein obligat anaerobes, bewegliches, grampositives, sporenbildendes Stäbchenbakterium. Die Erreger kommen ubiquitär im Erdreich vor und bilden widerstandsfähige Sporen.  Die Erreger können die zwei Exotoxine Tetanolysin und Tetanospasmin bilden, wobei das letztere die typischen klinischen Symptome hervorruft. Die Vorbedingung für eine Infektion ist eine Verletzung, bei der durch Verunreinigungen Sporen oft zusammen mit Fremdkörpern (z.B. Holzsplitter, Nägel, Dornen) unter die Haut gebracht werden. Die Wunden müssen nicht offen sein, auch kaum sichtbare Bagatellverletzungen können gefährlich sein.  Sofern an der Eintrittsstelle anaerobe Bedingungen bestehen, produziert C. tetani seine Exotoxine. Das hochpotente Tetanospasmin löst tonische Krämpfe aus, das Tetanolysin hat eine hämolytische und möglicherweise auch eine kardiotoxische Wirkung. Die Toxine binden sich an die Rezeptorganglioside der Neuronen und wandern etwa 5 mm pro Stunde entlang der peripheren Nerven bis zum Zentralnervensystem. Die Exotoxine wirken wie Strychnin hemmend auf die Tätigkeit der Vorderhornzellen in der Medulla spinalis (Rückenmark) und beseitigen die reziproke Innervation, so dass die ausgehenden Impulse eine übertriebene Reaktion verursachen. An Neuronen gebundenes Tetanustoxin kann nicht entfernt werden.  In den Industriestaaten Europas und Nordamerikas ist die Tetanusinzidenz dank umfassender Impfungen und der verbesserten Lebensbedingungen niedrig. Vor allem in feuchtwarmen Ländern mit niedrigen Impfquoten und schlechter medizinischer Versorgung erkranken und sterben aber auch heute noch viele Menschen an dieser Krankheit.