Life’s-Simple-7-Lebensstil senkt Sterberisiko nach Krebs deutlich
Sieben einfache Ziele mit großem Effekt: Krebsüberlebende mit hohem Life’s-Simple-7-Score hatten in einer italienischen Langzeitstudie ein um 38 % niedrigeres Sterberisiko.
Nicht rauchen, gesund essen, viel Bewegung, ein gesunder BMI, Blutglukose- und Cholesterinspiegel im Normbereich, dazu ein ausreichend niedriger Blutdruck: Wer das alles für sich anstrebt, tut viel, um sich vor Herz-Kreislauf-Komplikationen zu schützen.
Diese sieben Zielvorgaben werden daher von der American Heart Association als „The Life’s Simple 7“, kurz LS7, propagiert. Auch Menschen mit einer Krebserkrankung profitieren von einem Lebensstil nach den LS7. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Dr. Marialaura Bonaccio vom IRCCS NEUROMED in Pozzilli, das Langzeitdaten von Krebsüberlebenden ausgewertet hat.
Inflammation als eingemeinsames Bindeglied
Kardiovaskuläre Krankheiten und Tumoren treten häufig gemeinsam auf, schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie sind auf dieselben biologischen Mechanismen zurückzuführen, etwa auf Inflammation, oxidativen Stress und metabolische Dysfunktion.
Untersuchungen belegen, dass das Befolgen der LS7-Empfehlungen vor einer Krebserkrankung zu schützen vermag. Nun prüfte die italienische Arbeitsgruppe, ob ein entsprechender Lebensstil auch nach erfolgter Tumordiagnose Überlebensvorteile bietet.
Das Analysekollektiv bildeten 779 Tumorkranke, die zwischen 2005 und 2010 in die Moli-sani-Studie eingeschlossen und über knapp 15 Jahre nachbeobachtet worden waren. Von allen Personen lagen Informationen zu den einzelnen LS7-Vorgaben vor, anhand derer die Wissenschaftlergruppe den sogenannten LS7-Score berechnete. Hierbei ist eine Punktzahl zwischen 0 und 14 zu erzielen, wobei höhere Werte für eine bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit stehen.
Im Vergleich zu Personen mit einem eher niedrigen LS7-Score (Punktwert 0 bis 6) wiesen Personen mit einer Lebensführung nach LS7-Vorgaben (Punktwert 10 bis 14) ein um 38 % (HR 0,62) niedrigeres allgemeines Sterberisiko auf. Pro zusätzlichem LS7-Punkt sank darüber hinaus ihr Krebssterberisiko um 10 %. Auch im Kollektiv der nicht an Krebs erkrankten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Moli-sani-Studie (n = 21.342) korrelierte ein hoher LS7-Score mit einer signifikant geringeren Mortalität (HR 0,68).
Ruhepuls und Vitamin Dals Mediatoren identifiziert
Der Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Gesundheit und dem Sterberisiko von Krebsüberlebenden wird zu mehr als der Hälfte durch eine geringgradige Inflammation, den Ruhepuls sowie den Serum-Vitamin-D-Spiegel vermittelt, erläutern Dr. Bonaccio et al. Bei diesen Biomarkern sieht die Autorengruppe mögliche Ansatzpunkte für kardioonkologische Präventionsstrategien.
Bonaccio M et al. Eur Heart J 2026; 47: 1084-1097; doi: 10.1093/eurheartj/ehaf838