Resistente Hypertonie

Vierfach-Single-Pill knackt die resistente Hypertonie

Aus der Fachliteratur
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Müssen Patientinnen oder Patienten viele verschiedene Tabletten einnehmen, kann die Adhärenz sinken.

Die Quadropille mit vier antihypertensiven Wirkstoffen verbessert bei resistenter Hypertonie den Blutdruck und das Therapieansprechen. Die Verträglichkeit entspricht der einer Dreifachtherapie.

Bei etwa einem Viertel der Hypertoniebetroffenen bleibt der Blutdruck trotz ausgereizter Dreifachtherapie mit ACE-Hemmer bzw. Angiotensin-II-Rezeptorblocker, Kalziumantagonist und Diuretikum unkontrolliert. Dann empfehlen die Leitlinien, einen Mineralkortikoid-Rezeptorantagonisten oder einen Betablocker als vierte Substanz hinzuzunehmen. Doch mehr Tabletten verschlechtern die Adhärenz. Single-Pill-Kombinationen könnten die Therapietreue sichern.

In der QUADRO-Studie untersuchte eine Gruppe um Prof. Dr. Stefano Taddei, Universität Pisa, ob eine voll dosierte Vierfach-Single-Pill der gängigen Dreifachtherapie in Bezug auf die Blutdrucksenkung überlegen ist. Eingeschlossen wurden 183 Personen mit therapieresistenter Hypertonie, definiert als systolischer Praxiswert ≥ 140 mmHg, bei 24-Stunden-Messung ≥ 130 mmHg. Sie erhielten nach einer zweimonatigen Run-in-Phase acht Wochen lang entweder weiterhin Perindopril, Indapamid und Amlodipin in zwei Dosierungen (10/2,5/10 mg bzw. 10/2,5/5 mg) oder als Single Pill die Kombination aus Perindopril, Indapamid, Amlodipin und Bisoprolol (10/2,5/10/5 mg oder 10/2,5/5/5 mg).

 

Wo zeigten sich die Vorteile der Vierfach-Therapie bei resistenter Hypertonie?

Primär analysierte das Team, wie sich der systolische Praxiswert von Studienbeginn bis Woche 8 veränderte. Mit der Vierfach-Single-Pill sank der systolische Druck durchschnittlich um 21 mmHg. Im Vergleich dazu betrug die Reduktion unter der Dreifachtherapie nur 11 mmHg. Die Differenz zwischen den Studiengruppen lag nach Bereinigung bei signifikanten -8 mmHg.

Vorteile zeigten sich auch bei der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung (bereinigte Differenz in der Systole ebenfalls -8 mmHg). Die Ansprechrate, definiert als kontrollierter Blutdruck und/oder signifikante Senkung von ≥ 20 mmHg systolisch und/oder ≥ 10 mmHg diastolisch, betrug 74 % unter der Vierfach- gegenüber 54 % unter der Dreifachtherapie (Odds Ratio, OR, 2,78). Der Anteil der Teilnehmenden, die den Zielblutdruck von < 140/90 mmHg in der Praxis erreichten, lag mit der Single Pill deutlich höher als mit den drei Einzelsubstanzen (66 % vs. 43 %; OR 3,12). Die Verträglichkeit beider Therapien war ähnlich.

Taddei S et al. Eur Heart J 2026; doi: 10.1093/eurheartj/ehag022

Alexandra Simbrich

Freie Autorin
Alexandra Simbrich ist als freie Autorin für verschiedene Titel der Medical Tribune tätig. Ihre Themenschwerpunkte: Neurologie und Psychiatrie, Dermatologie, Onkologie und Hämatologie, Schmerzmedizin, Gastroenterologie, Diabetologie sowie Komplementär- und Alternativmedizin.

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