Device-Interaktion beachten

Smartwatches können ICD und Schrittmacher irritieren

Aus der Fachliteratur
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Eine Studie zeigt, dass bestimmte Positionen von EKG-fähigen Smartwatches Herzschrittmacher und implantierbare Defibrillatoren in den Magnetmodus versetzen können.

Moderne Smartwatches können implantierte Herzschrittmacher und Defibrillatoren in den sogenannten Magnetmodus versetzen. Das Risiko hängt insbesondere davon ab, wie man die Uhr positioniert und ob sie gerade geladen wird.

Menschen mit implantierbaren kardialen Devices sollten darauf achten, EKG-fähige Smartwatches nicht in die Nähe ihres Implantats zu bringen. Der Grund: Die für den kabellosen Aufladeprozess notwendigen Magnete im Inneren der Uhr können Herzschrittmacher und implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) in den sogenannten Magnetmodus versetzen. Bei dieser Funktion ändert sich das Stimulationsmuster des Schrittmachers bzw. der ICD wird deaktiviert. Wird die Watch am Handgelenk getragen, ist das Risiko aber gering, betont ein Team um PD Dr. ­Felix­ ­Wegner­ vom Universitätsklinikum Münster.

Die Forschenden prüften in einer Studie, wie stark acht verschiedene EKG-fähige Smartwatches von vier Herstellern mit kardialen Devices interagieren. Hierzu implantierten sie 15 verschiedene Herzschrittmacher- und ICD-Fabrikate in einen isolierten Schweinethorax – zunächst subkutan, dann submuskulär. Die Geräte wurden mit einem interaktiven Herzsimulator verbunden.

Das Auflegen der Smartwatch-Oberseite auf die Stelle des subkutanen Implantats simulierte eine unbeabsichtigte Annäherung des Handgelenks. Bei einem von 120 Tests (< 1 %) wurde so der Magnetmodus induziert. Legte man die Uhr dagegen mit der Rückseite auf die Haut, sprangen die kardialen Devices in 30 % der Fälle um. Dieser Versuchsaufbau entsprach der Aufzeichnung von präkordialen EKG-Ableitungen mittels Smartwatch – eine Möglichkeit, die im Sinne einer besseren Arrhythmiedetektion diskutiert wird und die Frage nach Interaktionen relevant macht, schreibt das Autorenteam.

Uhren, die während des Ladevorgangs mit ihrer Oberseite aufgelegt wurden, lösten den Magnetmodus ebenfalls häufig aus (23 %). Einzige Ausnahme war eine Uhr mit physischen Kontakten zur Ladestation. Sie führte aufgrund des schwächeren Magnetfelds zu keinerlei Problemen. Die submuskuläre Implantatposition schützte insgesamt besser vor der Komplikation: Ein Moduswechsel trat nur in 5 von 360 Tests auf.

Quelle: Wegner FK et al. J Am Heart Assoc 2026; 15: e044972; doi: 10.1161/JAHA.125.044972

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