Stammzellen halbieren Risiko für Herzschwäche
Eine Phase-3-Studie zeigt: Die Infusion mesenchymaler Stammzellen direkt in die Koronararterien senkt nach akutem Myokardinfarkt das Risiko für Herzinsuffizienz um mehr als die Hälfte und verbessert die Pumpfunktion des Herzens.
Die Infusion von mesenchymalen Stammzellen in die Koronararterien kann das Risiko für Herzinsuffizienz nach akutem Myokardinfarkt deutlich senken. Das zeigt eine Phase-3-Studie aus dem Iran mit 396 Patientinnen und Patienten. Nach einem ersten ST-Hebungsinfarkt und einer linksventrikulären Ejektionsfraktion < 40 % erhielten sie im Verhältnis 1:2 entweder eine intrakoronare Stammzellinfusion zusätzlich zur Standardtherapie oder nur Standardbehandlung. Die allogenen mesenchymalen Stammzellen, die aus Wharton-Sulze der Nabelschnur stammten, wurden drei bis sieben Tage nach dem Infarkt appliziert.
Nach median 33 Monaten lag die Herzinsuffizienzrate in der Interventionsgruppe mit 2,77 pro 100 Personenjahre signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen mit 6,48. Das entsprach einer Risikoreduktion um 57 % (Hazard Ratio, HR, 0,43). Auch erneute Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz kamen signifikant seltener vor (0,92 vs. 4,20 pro 100 Personenjahre; HR 0,22). Der kombinierte Endpunkt aus kardiovaskulärer Mortalität und erneuter Hospitalisierung wegen Myokardinfarkt oder Herzinsuffizienz war ebenfalls signifikant reduziert (2,8 vs. 7,16 pro 100 Personenjahre; HR 0,39).
Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion besserte sich nach sechs Monaten in der Stammzellgruppe signifikant stärker als unter alleiniger Standardtherapie. Keinen signifikanten Einfluss hatte die Intervention hingegen auf Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Mortalität oder Rehospitalisierung wegen erneuten Myokardinfarkts. Das Autorenteam schließt aus diesen Daten, dass die intrakoronare Infusion mesenchymaler Stammzellen aus Wharton-Sulze eine wertvolle Zusatzbehandlung nach Myokardinfarkt darstellen könnte, um eine Herzinsuffizienz zu verhindern.
Attar A et al. BMJ 2025; 391: e083382; doi: 10.1136/bmj-2024-083382