Statin-Untreue lässt Forscher rätseln
Statin-Untreue lässt Forscher rätseln
Allen präventiven Effekten zum Trotz: In der Praxis nimmt jeder fünfte Patient sein verschriebenes Statin nicht ein. In den Zulassungsstudien sind die Abbruchraten jedoch deutlich geringer. Diese Diskrepanz scheint aber nicht an einem verfälschenden Studiendesign zu liegen.
Eine europäische Arbeitsgruppe vermutete, dass die dürftige Statin-Adhärenz mit einem „Run-in-Effekt“ in den Studien (s. Kasten) zu erklären ist. Um dies zu belegen, schauten sich die Forscher 28 randomisierte Doppelblindstudien mit jeweils mehr als 1000 Teilnehmern und einer Behandlungsdauer von mindestens zwei Jahren genauer an.
„Reinrennen“ oder nicht?
Wird der Muskelkater für eine Nebenwirkung gehalten?
Aber woran liegt es dann, wenn Betroffene auf eigene Faust den verschriebenen Cholesterinsenker absetzen? Die Autoren schlagen alternative, jedoch nicht bewiesene Erklärungsmöglichkeiten vor. Beispielweise könnte ein Nocebo-Effekt zum Tragen kommen: Wenn der Arzt seinen Patienten über die Behandlung aufklärt, wird er Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen erwähnen – und schon erwartet sie der Patient, und schon treten sie auf. Zusätzlich findet – zumindest in einer idealen Welt – mit dem Beginn der Einnahme der Lipidsenker auch eine Änderung des Lebensstils statt. So fängt der Patient etwa an zu joggen und übertreibt es vielleicht. Dadurch kommt es zu einem ganz gewöhnlichen Muskelkater – der dann aber den neuen Tabletten angelastet wird.Quelle: Vonbank A. Eur Heart J Cardiovasc Pharmacother 2018; 4: 230-236
Allen präventiven Effekten zum Trotz: In der Praxis nimmt jeder fünfte Patient sein verschriebenes Statin nicht ein. In den Zulassungsstudien sind die Abbruchraten jedoch deutlich geringer. Diese Diskrepanz scheint aber nicht an einem verfälschenden Studiendesign zu liegen.
Eine europäische Arbeitsgruppe vermutete, dass die dürftige Statin-Adhärenz mit einem „Run-in-Effekt“ in den Studien (s. Kasten) zu erklären ist. Um dies zu belegen, schauten sich die Forscher 28 randomisierte Doppelblindstudien mit jeweils mehr als 1000 Teilnehmern und einer Behandlungsdauer von mindestens zwei Jahren genauer an.
„Reinrennen“ oder nicht?
Wird der Muskelkater für eine Nebenwirkung gehalten?
Aber woran liegt es dann, wenn Betroffene auf eigene Faust den verschriebenen Cholesterinsenker absetzen? Die Autoren schlagen alternative, jedoch nicht bewiesene Erklärungsmöglichkeiten vor. Beispielweise könnte ein Nocebo-Effekt zum Tragen kommen: Wenn der Arzt seinen Patienten über die Behandlung aufklärt, wird er Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen erwähnen – und schon erwartet sie der Patient, und schon treten sie auf. Zusätzlich findet – zumindest in einer idealen Welt – mit dem Beginn der Einnahme der Lipidsenker auch eine Änderung des Lebensstils statt. So fängt der Patient etwa an zu joggen und übertreibt es vielleicht. Dadurch kommt es zu einem ganz gewöhnlichen Muskelkater – der dann aber den neuen Tabletten angelastet wird.Quelle: Vonbank A. Eur Heart J Cardiovasc Pharmacother 2018; 4: 230-236
