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Die Niere riecht mit: Neue Perspektiven für Hypertonie- und Diabetes-Therapie

Nierenarzt/Nierenärztin
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Die Niere verfügt über „Geruchsrezeptoren“ um zentrale Körperfunktionen zu steuern.

Die Niere verfügt über „Geruchsrezeptoren“ um zentrale Körperfunktionen zu steuern. Eine neue wissenschaftliche Übersichtsarbeit zeigt, dass sogenannte olfaktorische Rezep toren (ORs), bislang vor allem aus der Nase bekannt, auch in der Niere aktiv sind (1).

Diese Rezeptoren gehören den G-Pro tein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs), die als besonders gut medikamentös beeinflussbar gelten.

Sie kommen auch in den Gefäßen der Niere vor. Der Rezep tor OR51E2 erkennt kurzkettige Fettsäuren, die Darmbakte rien bei der Verdauung von Ballaststoffen bilden. Seine Ak tivierung steigert die Freisetzung von Renin. Damit entsteht eine direkte Mikrobiom-abhängige Verbindung zwischen Darmbakterien und Blutdruckregulation. „Zum ersten Mal sehen wir einen Mechanismus, bei dem Darmbakterien über chemische Signale in der Niere den Blutdruck beeinflussen können“, sagt Professorin Dr. Sylvia Stracke, Pressespreche rin der DGfN und Leiterin Nephrologie, Dialyse und Hoch druckkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald. „Das könnte erklären, warum Menschen sehr un terschiedlich auf Salz, Diäten oder bestimmte Medikamente reagieren.“ Nieren-Riechrezep toren kontrollieren auch den Zuckerhaushalt, was weitere Therapie-Perspektiven eröffnet.

Originalpublikation: Jiaojiao Xu, Blythe D. Shepard, Jennifer L. Pluznick: Roles of sensory receptors in non-sensory organs: the kidney and beyond. Nat Rev Nephrol. 2025; 21(4): 253–263. doi:10.1038/s41581-024-00917-y

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