Organspendebereitschaft mit Luft nach oben
2025 erreichte Deutschland mit 985 postmortalen Organspendern den höchsten Wert seit über zehn Jahren. Trotzdem stehen weiter über 8.000 Menschen auf der Warteliste. Die DSO sieht die fehlende Spendebereitschaft als Hauptproblem.
Im Jahr 2025 spendeten in Deutschland 985 Menschen nach ihrem Tod Organe. Das ist der höchste Wert seit über einem Jahrzehnt und entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 3,4 %. Dennoch warten weiterhin über 8.000 Patientinnen und Patienten auf ein Transplantat, teilt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit. Hauptgrund für den Mangel bleibt die fehlende Spendebereitschaft.
Am häufigsten wurden Nieren transplantiert
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3.020 Organe über Eurotransplant vermittelt und in Deutschland oder im Ausland transplantiert. Darunter waren 1.495 Nieren, 823 Lebern, 315 Herzen, 308 Lungen, 76 Bauchspeicheldrüsen und drei Därme. In deutschen Transplantationszentren erhielten 3.150 Patientinnen und Patienten ein oder mehrere Organe.
Eine feste Altersgrenze für Organspenden gibt es nicht. Entscheidend sei laut DSO die Funktionsfähigkeit der Organe, nicht das kalendarische Alter. Die bislang älteste Spenderin in Deutschland sei 98 Jahre alt gewesen und ihre Leber habe erfolgreich transplantiert werden können. Allerdings nimmt mit steigendem Alter die Zahl transplantierbarer Organe aufgrund verschiedener alterstypischer Begleiterkrankungen ab.
Die DSO bewertet die politische Diskussion um eine Widerspruchsregelung positiv. Diese fördere die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und entlaste Angehörige. Internationale Erfahrungen zeigten, dass Organspendezahlen nicht sofort sprunghaft steigen, eine solche Regelung aber auf lange Sicht eine Kultur der Organspende fördern könne.
Pressemitteilung – Deutsche StiftungOrgantransplantation