Brain Fog bei Post-COVID

Bei Post-COVID herrscht im Gehirn Energieknappheit

Pressemitteilung – Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
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Eine Mannheimer Studie zeigt: Bei Post-COVID-Betroffenen kommt es in einem zentralen Areal des Gehirns zum Treibstoffmangel.

Eine Mannheimer Studie zeigt: Bei Post-COVID-Betroffenen kommt es in einem zentralen Areal des Gehirns zum Treibstoffmangel. Veränderungen im zerebralen Energiestoffwechsel könnten die typischen Symptome wie Brain Fog und Konzentrationsprobleme erklären

Verhältnis wichtiger Energieträger erfasst

In der NEULOCO-Studie untersuchte eine Wissenschaftlergruppe des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim 27 Post-COVID-Betroffene sowie 23 vollständig genesene Kontrollpersonen nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Mittels Phosphor-Magnetresonanzspektroskopie (31P-MRS) wurden zentrale Energieträger des Gehirns erfasst, nämlich Adenosintriphosphat (ATP) als „Treibstoff der Zelle“ sowie Phosphokreatin (PCr) als Kurzzeit-Energiespeicher. Alle Teilnehmenden absolvierten zusätzlich kognitive Tests.

Die Untersuchung zeigte bei Post-COVID-Patientinnen und -Patienten ein reduziertes ATP/PCr-Verhältnis in einem ausgedehnten Bereich um den cingulären Cortex, einer Hirnstruktur, die an der Steuerung und Organisation von Denkvorgängen beteiligt ist. Niedrigere ATP/PCr-Werte in diesem Hirnareal gingen mit schlechteren Ergebnissen in den Kognitionstests einher. Dies deutet darauf hin, dass eine gestörte Energiebereitstellung im cingulären Cortex zu den Denk- und Konzentrationsproblemen bei Post COVID beitragen könnte.

Ähnliche metabolische Muster bei ME/CFS

Etwa die Hälfte der von Post COVID Betroffenen erfüllte die Kriterien für ME/CFS*. In einer Subgruppenanalyse zeigten diese Personen ähnliche Stoffwechselveränderungen wie Post-COVID-Kranke ohne ME/CFS, was auf gemeinsame biologische Mechanismen hinweisen kann.

Die Autorengruppe betont, dass die Studienergebnisse Zusammenhänge aufzeigen, aber nicht beweisen, was die Energiebereitstellung im Gehirn letzten Endes durcheinanderbringt. Als mögliche Pathomechanismen nennt das Studienteam eine veränderte Mitochondrienfunktion, entzündliche Stoffwechselveränderungen oder eine beeinträchtigte Durchblutung.

* Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom

Pressemitteilung – Zentralinstitut für Seelische Gesundheit