FOLFIRI taugt auch als Partner für Encorafenib/Cetuximab
Neue BREAKWATER-Studiendaten bringen Bewegung in die Erstlinie des BRAFV600E-mutierten metastasierten kolorektalen Karzinoms: Encorafenib/Cetuximab plus FOLFIRI verdoppelte das progressionsfreie Überleben nahezu und zeigte auch beim Gesamtüberleben Vorteile.
Die BREAKWATER-Studie legte die Basis für die Zulassung von Encorafenib plus Cetuximab (EC) in Kombination mit modifiziertem FOLFOX6 zur Behandlung des nicht vorbehandelten mCRC mit BRAFV600E-Mutation in den USA. Offenbar eignen sich aber auch andere Chemotherapieregime als Kombinationspartner. Das belegen die reifen Ergebnisse zum progressionsfreien und Gesamtüberleben aus Kohorte 3 der Studie, die Prof. Dr. Dr. Scott Kopetz vom University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston vorstellte.1,2
PFS erreichte in BREAKWATER rund 15 Monate
In dieser Kohorte hatten 147 Patient:innen mit therapienaivem mCRC und BRAFV600E-Mutation randomisiert EC kombiniert mit FOLFIRI (n = 73) oder nur FOLFIRI ± Bevacizumab (n = 74) erhalten. Die finale Analyse ergab ein medianes PFS von 15,2 Monaten mit EC-FOLFIRI und von 8,3 Monaten mit FOLFIRI ± Bevacizumab. Das entsprach einer 56%igen Reduktion des Risikos für Progress oder Tod über den Beobachtungszeitraum hinweg (HR 0,44; 95%-KI 0,27–0,70; p = 0,0002). Ein Vorteil ergab sich in der Subgruppenanalyse unabhängig von Alter, Allgemeinzustand, Zahl der betroffenen Organe und der Seitigkeit des Tumors. Bei vorbestehenden Lebermetastasen schien er ebenfalls deutlich.
Nach etwa 20 Monaten Beobachtungsdauer zeigte sich auch das mediane OS im EC-FOLFIRI-Arm gegenüber dem Vergleichsarm verlängert (nicht erreicht vs. 20,3 Monate, HR 0,56; 95%-KI 0,34–0,94). Die 18-Monats-OS-Rate lag mit EC-FOLFIRI bei 72,0 %, mit FOLFIRI ± Bevacizumab bei 54,5 %.
Jeweils 10 % brachen Encorafenib und Cetuximab ganz ab
Die unerwünschten Ereignisse waren von den Therapeutika bekannt und unterschieden sich in ihrer Häufigkeit nicht deutlich zwischen den Armen. Im EC-FOLFIRI-Arm benötigten zwei Drittel der Behandelten Dosisunterbrechungen von E oder C, 24 % Dosisreduktionen von E und 14 % Dosisreduktionen von C. Zu einem Therapieabbruch von E und C kam es jeweils bei 10 % der Erkrankten.
In den USA ist die Zulassung aufgrund der Ergebnisse inzwischen erweitert worden. EC ist dort nun zur Behandlung von Patient:innen mit mCRC und BRAFV600E-Mutation in Kombination mit fluorouracilbasierten Chemotherapien zugelassen. Behandelnde können individuell auswählen, ob sie FOLFOX oder FOLFIRI einsetzen. Wichtig ist, dass bei Diagnose eines mCRC eine Testung auf eine BRAF-Mutation durchgeführt wird.
1. Kopetz S et al. 2026 ASCO Annual Meeting; LBA3503
2. Kopetz S et al. Ann Oncol 2026; doi: 10.1016/j.annonc.2026.04.017