Sparpläne mit Folgen

BVDD warnt vor Aus für Hautkrebsscreening

Pressemitteilung – BVDD
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Die Früherkennung von Hautkrebs durch regelmäßige Screenings steht auf der Kippe.

Der BVDD kritisiert Pläne der Finanzkommission Gesundheit, das gesetzliche Hautkrebsscreening als Sparmaßnahme auszusetzen. Er warnt vor steigenden Tumorstadien und einer Verschlechterung der Versorgung.

Nach den Plänen der Finanzkommission Gesundheit (FKG) soll das gesetzliche Hautkrebsscreening, das Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre zusteht, vorübergehend ausgesetzt werden. Dadurch könnten laut Berechnungen rund 240 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss soll in dieser Zeit die Wirksamkeit der Untersuchung überprüfen.

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) warnt, eine solche Maßnahme gefährde die Früherkennung und erhöhe die Krankheitslast. Bereits während der Pandemie habe sich gezeigt, dass ausbleibende Untersuchungen zu größeren Tumoren bei Erstdiagnose und schlechteren Heilungschancen führten, so BVDD-Präsident Dr. Ralph von Kiedrowski.

Besonders beim malignen Melanom könne eine verzögerte Diagnose fatale Folgen haben. Mit zunehmender Tumordicke steige das Risiko für Metastasen deutlich. Auch beim häufigeren hellen Hautkrebs sei eine frühe Erkennung entscheidend, um operative Eingriffe komplikationsarm durchführen zu können.

Nach Daten des Statistischen Bundesamts ist die Zahl stationärer Behandlungen wegen Hautkrebs in den vergangenen 20 Jahren um 87,5 % gestiegen. Beim hellen Hautkrebs hat sie sich sogar mehr als verdoppelt.

Früherkennung bleibt unverzichtbar

Der BVDD weist die Kritik der FKG zurück, das Screening sei „anlasslos“. Genau darin liege der Sinn einer echten Früherkennung, betont Dr. von Kiedrowski. Ziel sei nicht nur die frühe Diagnose, sondern auch Prävention durch Aufklärung über UV-Belastung.

Eine Aussetzung wäre nach Einschätzung des Verbands eine klare Leistungskürzung und eine Verschlechterung der Versorgung gesetzlich Versicherter. Das Hautkrebsscreening müsse als fester Bestandteil der onkologischen Früherkennung erhalten bleiben.

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