Chronisch myeloische Leukämie

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Bei der chronisch myeloischen Leukämie (CML) handelt es sich um die aberrante Proliferation von myeloiden Vorläuferzellen im Knochenmark. In mehr als 95 % der Fälle weisen die malignen Zellen eine charakteristische Chromosomentranslokation auf (Philadelphia-Chromosom), die zur Bildung eines BCR-ABL1-Fusionsproteins führt. Dieses fungiert als obligater onkogener Treiber und ist das Ziel der heutigen Therapieansätze.

In Deutschland entwickeln jährlich etwa 1000-1200 Personen eine CML (Inzidenz 1,2 bis 1,5/100.000 Einwohnern pro Jahr). Der Altersgipfel liegt bei 55-60 Jahren. Kinder und Jugendliche erkranken nur in Einzelfällen.

Unbehandelt verläuft die Erkrankung in drei Phasen. Zuerst durchlaufen Betroffene eine chronische Phase, die sich über Jahre erstrecken kann und während der Patient:innen klinisch stabil bleiben. Während dieser Zeit können beispielsweise Anämie oder eine vergrößerte Milz auffallen, aber viele Personen verspüren keine eindeutigen Symptome. Es folgen eine akzelerierte Phase sowie die Blastenkrise, welche einer akuten Leukämie ähnelt und unbehandelt zum Tod führt.

Mit der Zulassung des Tyrosinkinaseinhibitors Imatinib verbesserte sich die Prognose Betroffener deutlich. Durch die charakteristische genetische Veränderung der Leukämiezellen war die CML eine der ersten Erkrankungen, die sich erfolgreich präzisionsonkologisch behandeln ließen.