Chronische Schmerzen nach Krebs
Viele Krebsüberlebende bewerten ihre Schmerztherapie kritisch. Online-Befragungen dokumentieren langanhaltende tumorassoziierte Schmerzen, deutliche psychische Belastungen und einen klaren Bedarf an multimodalen Behandlungsstrategien.
Die Zahl der Langzeitüberlebenden nach Krebserkrankung steigt und damit auch die Zahl derjenigen, die unter chronischen tumorassoziierten Schmerzen leiden. Diese können malignom- oder therapiebedingt sein, aber auch bio-psycho-sozialen Faktoren geschuldet. Wie Betroffene ihre aktuelle Schmerztherapie beurteilen, hat ein Team um Dr. Kristin Kieselbach, Interdisziplinäres Schmerzzentrum des Uniklinikums Freiburg, mit zwei anonymisierten Online-Umfragen erfasst. Die eine richtete sich an Mitglieder von 15 Selbsthilfegruppen für Krebskranke (n = 38), die andere wurde bei Menschen mit chronischen tumorassoziierten Schmerzen durchgeführt, bei denen ein Assessment erfolgt war (n = 50).
Wunsch nach mehr Physio und Alternativmedizin
In Gruppe 1 waren 66,7 % mit ihrer Schmerzbehandlung unzufrieden, in Gruppe 2 sogar 70,2 %. Patientinnen und Patienten der Gruppe 2, die Wünsche bzgl. der Schmerztherapie äußerten, waren signifikant unzufriedener. Dies korrelierte mit einer höheren Schmerzintensität und Depressivität. Viele plädierten für den additiven Einsatz von physio- bzw. bewegungstherapeutischen Behandlungsverfahren sowie alternativmedizinischen Ansätzen. Durch die Entwicklung einer spezifischen interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie für diese Menschen könnte man die Versorgung deutlich verbessern.
Deutscher Schmerzkongress 2025