So geht es nach dem Ovarialkarzinom weiter
Die Therapie des Ovarialkarzinoms hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erfahren. Erhaltungstherapien spielen eine große Rolle, ein Langzeitüberleben rückt auch bei fortgeschrittener Erkrankung in den Bereich des Möglichen. Was bedeutet dies für die Nachsorge?
Fragt man Ovarialkarzinompatientinnen nach ihren Erwartungen an die Nachsorge, nennt die überwiegende Mehrheit eine Lebensverlängerung, berichtete PD Dr. Gülten Oskay-Özcelik, Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Kontrolle von Tumormarkern sei für die Betroffenen meist die wichtigste Untersuchung, obwohl sie für die Routine-Nachsorge symptomfreier Frauen nicht zwingend gefordert wird.
Nachsorge plus Therapiemanagement notwendig
Bei der klassischen Nachsorge steht die Kontrolle auf ein mögliches Rezidiv im Vordergrund. Die Erhaltungstherapien mit PARP-Inhibitoren oder Bevacizumab, die oft über lange Zeiträume erfolgen, erfordern jedoch zusätzlich ein aktives Therapiemonitoring. „Das bedeutet für uns, dass wir die regelmäßigen Laborkontrollen und das Nebenwirkungsmanagement sowie die Überwachung des Therapieansprechens mittels Tumormarker und Bildgebung immer weiterführen, wobei man mit der Zeit die Intervalle verlängern kann“, erklärte die Expertin.
Sie betonte, dass man auch auf Zweitmalignome achten müsse und den Patientinnen die üblichen Krebsvorsorgemaßnahmen empfehlen sollte. „Ganz besonders achten müssen wir bei BRCA-Mutationsträgerinnen auf die Mammakarzinom-Vorsorge.“ Sie verwies auf eine neue anonymisierte Patient:innenumfrage, die EXPRESSION-XV-Studie, die sich mit der Optimierung der Nachsorge beschäftigt. Sie soll die aktuelle Nachsorgepraxis aus Sicht von Patientinnen mit Ovarialkarzinom systematisch erfassen und der Frage nachgehen, ob neue Nachsorgekonzepte gebraucht werden. Die Studie befindet sich derzeit in Vorbereitung.
Psychoonkologie in die Nachsorge
Prof. Dr. Annette Hasenburg, Universitätsmedizin Mainz, forderte, in die Nachsorge auch psychoonkologische Aspekte aufzunehmen. Es gehe darum, die Betroffenen ins Leben zurückzuführen. Dazu gehört nach Spät- und Langzeitfolgen zu schauen, die bisherige Therapie aufzuarbeiten, und die Betroffenen außerdem psychoonkologisch zu begleiten. „Man kommt selten wieder in das alte Leben zurück. Nach Erkrankung und Therapie ist es nicht mehr so wie vorher. Man muss lernen, dieses neue Leben anzunehmen.“
Versorgungsprobleme bei Langzeitüberlebenden
Dass neue Konzepte für den Nachsorgezeitraum tatsächlich gebraucht werden, davon zeigte sich Prof. Dr. Dr. Jalid Sehouli, Charité – Universitätsmedizin Berlin, mit Blick auf die Langzeitüberlebenden der Erkrankung überzeugt. Beim Ovarialkarzinom gelten auch Betroffene mit einer Krankheitsdauer von mehr als fünf Jahren als Langzeitüberlebende. Für diese Frauen bestehe ein Versorgungsproblem, so der Referent.
Loggen Sie sich ein
Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie! Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie!
Bei Google bevorzugen
Sie möchten bei der Suche nach aktuellen Entwicklungen häufiger unsere Beiträge sehen? Dann fügen Sie uns jetzt zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.
Als bevorzugte Quelle auswählen