Belastungen in der Onkologie
Immer mehr Menschen im Gesundheitswesen fühlen sich ausgebrannt — auch Onkolog:innen. Wer betroffen ist, welche Belastungen noch bestehen und was daran getan werden kann, erläutern zwei Expertinnen im Interview.
„Es ist ganz wichtig zu verstehen, dass es ein systemisches Problem ist“, ordnete Sabrina Maier, Interdisziplinäres Zentrum für Psycho-Onkologie, Med. III/ CCC München (CCC-LMU), LMU Klinikum, das Auftreten von Burn-out ein. Auch internationale Organisationen wie ASCO oder ESMO rücken diesen Aspekt in den Fokus, so die Psychologin. Ihre Kollegin Dr. Theresia Pichler, ebenfalls vom LMU Klinikum, unterstrich, dass Burn-out nur eine mögliche Konsequenz der vielfältigen Belastungen im Gesundheitsbereich ist.
Bisher seien nur wenig Zahlen für deutsche Onkolog:innen erhoben worden. Es zeige sich aber, dass um die 44 % belastet sind. Auch international bewegen sich die Zahlen in etwa im Bereich von 50 %.
Individuelle Bestrebungen, an einer erhöhten Resilienz zu arbeiten, sind weniger nachhaltig als auf Organisationsebene, erläuterte Maier. Darüber hinaus bergen Bestrebungen der Organisation weitere Vorteile: Die Sicherheit und die Versorgungsqualität für die Patient:innen werde sichergestellt und es gebe einen ökonomischen Nutzen.
Welche Ergebnisse eine Mitarbeitendenumfrage ergab und welche konkreten Maßnahmen zur Entlastung empfohlen werden, erfahren Sie im Videointerview.