Palliativleitlinie lenkt Fokus auf Angehörige und spirituelle Bedürfnisse
In der aktualisierten Version der S3-Leitlinie zur Palliativmedizin bei Krebs haben die Expert:innen den Blickwinkel erweitert, schilderte Prof. Dr. Steffen Simon, Uniklinik Köln, im Interview. Die Themen „Angehörigenbetreuung“ und „spirituelle Bedürfnisse“ erhielten erstmals eigene Kapitel.
Sehr geehrter Prof. Simon, welche Empfehlungen zur Symptomkontrolle haben sich in der neuen S3-Leitlinie zur Palliativmedizin bei nicht heilbarer Krebserkrankung geändert?
Prof. Dr. Steffen Simon: Insgesamt hat sich dort relativ wenig geändert. Die Leitlinie besteht jetzt seit etwas mehr als zehn Jahren und sehr viel daraus bestätigt sich mittlerweile im wirklichen Leben. Neuerungen gibt es vor allem im Bereich der Atemnot. In der letzten Version der Leitlinie lag der Fokus noch stark auf Medikamenten, jetzt hat er sich hin zu nicht-medikamentösen Ansätzen verschoben.
Zum einen sind diese Verfahren wie Atemübungen, Positionierungen oder der Einsatz von Handventilatoren wirkungsvoll und gut zu erlernen. Zum anderen bröckelt leider die Evidenz für die bisher eingesetzten Medikamente. So wecken Studien bei Opioiden zunehmend Zweifel daran, ob sie die Atemnot überhaupt symptomatisch lindern.
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