Behandlung mit T-DXd lässt sich sicher intensivieren
T-DXd könnte beim HER2low mBC Unterstützung erhalten. Für mehrere gängige Wirkstoffe belegten Forschende die Sicherheit als Kombinationspartner, mit Ansprechraten zwischen 40 % und 70 %.
Können weitere Tumortherapeutika eine Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) effektiver machen, wenn Mammakarzinome nur wenig HER2 exprimieren? Forschende um Prof. Dr. Komal Jhaveri, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, untersuchten in DESTINY-Breast08 zunächst einmal, ob es sicher ist, das ADC mit Chemotherapie, einem AKT-Inhibitor bzw. Endokrintherapien zu kombinieren.
Nachdem im ersten Teil der Phase-1b-Studie Dosen für die einzelnen Wirkstoffe ermittelt wurden, nahmen an der Dosisexpansionsphase insgesamt 101 Erkrankte mit HER2low metastasiertem Mammakarzinom teil, die unter oder nach der letzten Therapie einen Progress erlitten hatten. Sie bekamen zusätzlich zu 5,4 mg/kg T-DXd Q3W eine der folgenden Behandlungen:
Capecitabin 750 mg/m2 BID an Tag 1-14 eines Dreiwochenzyklus (unabhängig vom HR-Status)
Capivasertib 400 mg BID an Tag 1-4 jeder Woche (nur HR- Tumoren)
Anastrozol 1 mg täglich (nur HR+ Tumoren)
Fulvestrant 500 mg Q4W (nur HR+ Tumoren)
Die Behandlungsergebnisse in den Subgruppen der Dosisexpansionsphase fielen wie folgt aus:
T-DXd + Capecitabin: cORR 60 %, darunter zwei Komplettremissionen; mPFS 13,4 Monate, 12-Monats-OS-Rate 78 %
T-DXd + Capivasertib: Gesamtpopulation cORR 60 %, mPFS 9 Monate, 12-Monats-OS-Rate 92 %; mit bestätigter PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration cORR 76,9 %, mPFS nicht erreicht
T-DXd + Anastrozol: cORR 71,4 %, mPFS 13,4 Monate, 12-Monats-OS-Rate 71,4 %
T-DXd + Fulvestrant: cORR 40 %, mPFS nicht erreicht, 12-Monats-OS-Rate 88,2 %
Das Sicherheitsprofil der Kombinationen entsprach im Wesentlichen dem, was man von den Einzelsubstanzen kennt, fassen die Wissenschaftler:innen zusammen. Unerwünschte Ereignisse vom Grad ≥ 3 traten durchschnittlich bei gut der Hälfte der Behandelten auf — von 47,6 % mit Anastrozol bis hin zu 67,5 % mit Capivasertib. Tendenziell lag die Rate an hochgradigen und ernsthaften Komplikationen mit T-DXd + Capivasertib etwas höher als mit den anderen Kombinationen, was man laut Prof. Jhaveri und Kolleg:innen angesichts der geringen Kohortengrößen aber mit Vorsicht interpretieren sollte.
ILD-Rate nicht höher als in Studien zu T-DXd-Monotherapie
In allen Subgruppen stellte ein Progress den häufigsten Grund für einen Behandlungsabbruch dar. Eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis als Nebenwirkung von besonderem Interesse entwickelten 15,8 % der Teilnehmenden (16/101). Bei 15 der 16 Betroffenen erreichte sie maximal CTCAE Grad 2, es gab im Capecitabin-Arm einen Todesfall.
Alles in allem habe es keine neuen Sicherheitssignale für T-DXd oder seine Kombinationspartner gegeben, resümieren die Autor:innen. Eine Dublette aus dem ADC und Capecitabin, Capivasertib, Anastrozol bzw. Fulvestrant habe zumindest vorläufig eine klinische Aktivität demonstriert. Der Beitrag der einzelnen Wirkstoffe oder das Ausmaß eines möglichen synergistischen Effektes lasse sich jedoch nicht beurteilen, da ein Arm mit T-DXd-Monotherapie fehlte.
Jhaveri K et al. Clin Cancer Res 2026; 32(6): 1046-1058; doi: 10.1158/1078-0432.CCR-25-0874