MCL: Rituximab-Erhaltung nach Ibrutinib einsetzen
Jüngere Erkrankte mit unbehandeltem Mantelzell-Lymphom profitieren nach einem ibrutinibhaltigen Regime von Rituximab. In der TRIANGLE-Studie verlängerte sich durch die Erhaltungstherapie das progressionsfreie Überleben.
Mit der TRIANGLE-Studie etablierten Forschende einen neuen Behandlungsstandard für jüngere, zuvor unbehandelte Patient:innen mit Mantelzell-Lymphom (MCL): eine ibrutinibhaltige Therapie ohne autologe Stammzelltransplantation (ASCT).
Das Team um Prof. Dr. Marco Ladetto, SCDU Ematologia AOU Santi Antonio e Biagio e Cesare Arrigo in Alessandria, präsentierte eine neue Analyse, die auf die Wirksamkeit einer Erhaltungstherapie mit Rituximab in diesem Setting hinweist. Denn damit lässt sich offenbar eine langfristige Remission erreichen. Die Erhaltung könne Teil des derzeitigen Standards werden, so die Forschenden.
Wie sah die Sekundäranalyse von TRIANGLE aus?
Berücksichtigt wurden Patient:innen, die randomisiert einer ibrutinibhaltigen Therapie ohne (I) oder mit ASCT (A + I) zugeteilt worden waren und auf die Induktionstherapie beziehungsweise die ASCT angesprochen hatten. Die Erhaltung mit Rituximab erfolgte entsprechend den nationalen Leitlinien sowie der Praxis der jeweiligen Behandlungszentren. Am häufigsten war eine Dauer über zwei bzw. drei Jahre vorgesehen, wobei alle zwei Monate eine Dosis von 375 mg/m² verabreicht wurde.
Unter den Teilnehmenden, die auf die Induktion beziehungsweise die ASCT angesprochen hatten, bekamen 61 % (I) und 64 % (A + I) Rituximab als Erhaltungstherapie. Diese verlängerte das progressionsfreie Überleben: Die Vier‑Jahres-Raten betrugen 85 % versus 73 % (I; p = 0,003) beziehungsweise 90 % vs. 75 % (A + I; p < 0,001). Das Gesamtüberleben wurde ebenfalls verlängert, allerdings nicht signifikant (Vier-Jahres-Wahrscheinlichkeiten: 91 % versus 86 % bzw. 94 % versus 87 %).
Bessere Krankheitskontrolle unter ASCT + Ibrutinib
Die Rituximab-Erhaltungstherapie schien in Arm A + I einen stärkeren PFS-Nutzen zu bringen als im Arm I, wobei die Interaktion nicht signifikant ausfiel. Der Effekt wurde laut den Forschenden wahrscheinlich dadurch beeinflusst, dass sich die PFS-Kurven erst nach mehr als 50 Monaten trennten.
Die Autor:innen führen das auf eine nachhaltigere Krankheitskontrolle bei Personen zurück, die sowohl eine Hochdosistherapie als auch neuartige Wirkstoffe erhalten hatten. Möglicherweise trage das zu einer Konsolidierung tieferer Remissionen bei und unterstütze eine langfristige Kontrolle der minimalen Resterkrankung.
Wirksamkeit mit höhergradigen Infektionen erkauft
Die zusätzliche Rituximabtherapie ging allerdings mit mehr Toxizitäten der Grade 3–5 einher. 34 % vs. 11 % (I) und 41 % versus 18 % (A + I) waren von Infektionen dieser Schweregrade betroffen. In Arm I starben sieben Patient:innen (4 %) unter Rituximabtherapie an Toxizitäten gegenüber fünf Personen (5 %) ohne Erhaltung. In Gruppe A + I wurden fünf (3 %) beziehungsweise zwei (2 %) solcher Todesfälle verzeichnet. Sie waren überwiegend auf Infektionen, insbesondere COVID-19, sowie auf Sekundärmalignome zurückzuführen.
Die Forschenden erachten die Gesamtzahl der Infektionen dennoch als akzeptabel; zudem sei es unter der Rituximab-Erhaltung nicht zu vermehrten therapiebedingten Todesfällen gekommen. Insgesamt entspreche das Toxizitätsprofil dem aus anderen Studien, in denen eine Rituximab-Erhaltung mit BTK-Inhibitoren zum Einsatz kam.
Ladetto M et al. J Clin Oncol 2026; 44(27): 2582-2589; doi: 10.1200/JCO-26-00705
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