TNBC: Besser gleich ein ADC zur Immuntherapie
Patient:innen mit metastasiertem TNBC unter Immuntherapie profitieren bereits in der Erstlinie von Sacituzumab-Govitecan. Das Risiko für Progress oder Tod sank gegenüber Pembrolizumab + Chemo um gut ein Drittel.
Inoperable und metastasierte TNBC, die PD-L1 exprimieren, werden in der Erstlinie bevorzugt mit Pembrolizumab plus Chemotherapie behandelt. Nun prüften Wissenschaftler:innen um Prof. Dr. Sara M. Tolaney, Dana-Farber Cancer Institute, Boston, ob es Vorteile bringt, den CPI bei nicht vorbehandelten Patient:innen stattdessen mit Sacituzumab-Govitecan zu kombinieren. Bisher ist das TROP2-ADC erst nach mindestens zwei Vorbehandlungen zugelassen.
An ASCENT-04/KEYNOTE-D19 nahmen 443 Erkrankte mit lokal inoperabel fortgeschrittenem oder metastasiertem PD-L1-positivem TNBC teil (CPS ≥ 10), die in dieser Krankheitssituation noch keine Vortherapie erhalten hatten. 1:1 randomisiert bekamen sie zusätzlich zu Pembrolizumab entweder eine Chemotherapie oder Sacituzumab-Govitecan.
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Als bevorzugte Quelle auswählenADC ermöglicht PFS-Vorteil von gut drei Monaten
Das mediane progressionsfreie Überleben betrug mit dem ADC 11,2 Monate verglichen mit 7,8 Monaten nach Chemotherapie plus Pembrolizumab (HR 0,65; 95%-KI 0,51–0,84; p < 0,001). Damit lag das Risiko für Progression oder Tod in der Prüfgruppe um 35 % niedriger. Der PFS-Vorteil schien über Subgruppen hinweg konsistent und u. a. unabhängig von Alter, Krankheitsstatus oder geografischer Herkunft. Insgesamt sprachen 60 % gegenüber 53 % der Behandelten an. Unter den Responder:innen des Sacituzumab-Govitecan-Arms blieb das Ansprechen zudem gut ein halbes Jahr länger erhalten als in der Kontrolle (mDoR 16,5 Monate vs. 9,2 Monate).
Weniger Therapieabbrüche mit der Prüfkombination
Mit 71 % respektive 70 % der Teilnehmenden erlitt ein ähnlicher Anteil beider Gruppen Ereignisse vom Grad 3 oder höher. Unter Sacituzumab-Govitecan plus Pembrolizumab stellten Neutropenie, Diarrhö und Fatigue die häufigsten Nebenwirkungen dieses Schweregrads dar. 12 % des Prüfarms, aber 31 % der Kontrollpatient:innen brachen die Behandlung aufgrund von Toxizitäten ab. Insgesamt entsprach das Sicherheitsprofil gemäß den Forschenden dem, was man von den Einzelsubstanzen kennt.
Die Autor:innen sehen die Kombination aus Sacituzumab-Govitecan und Pembrolizumab als Fortschritt, um die Behandlungsergebnisse beim metastasierten TNBC in frühen Linien zu verbessern. Sie betonen, dass sich ein PFS-Vorteil auch in schwer behandelbaren Subgruppen andeutete, darunter bei Personen mit Lebermetastasen oder einem Rezidiv 6–12 Monate nach kurativ intendierter Therapie.
Tolaney SM et al. N Engl J Med 2026; 394: 354-366; DOI: 10.1056/NEJMoa2508959