Oft im gleichen Organ

Zweittumoren kommen nach Transplantation häufig vor

Aus der Fachliteratur
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7 von 12 Korrelationen betrafen neue Tumoren im zuvor erkrankten Organsystem.

Forschende deckten auf, welche überstandenen Krebserkrankungen das Tumorrisiko nach einer Organtransplantation erhöhen. Oft ging es dabei um Malignome im selben Organ - es fanden sich aber auch unerwartete Muster.

Unbestritten erhöhen sowohl eine vorherige Tumorerkrankung als auch eine Organtransplantation das Risiko für spätere Malignome. Unklarer blieb bisher, wie es aussieht, wenn beide Faktoren zusammentreffen. Dr. Jun Tao vom National Cancer Institute in Bethesda und weitere Wissenschaftler:innen ermittelten nun das Krebsrisiko von Empfänger:innen eines Spenderorgans, bei denen in der Vorgeschichte eine Krebserkrankung diagnostiziert worden war. Sie verglichen dieses in einer registerbasierten Analyse sowohl mit Organempfänger:innen ohne Malignomdiagnose als auch mit Krebsüberlebenden in der Allgemeinbevölkerung.

Mehr als eine halbe Million Patient:innen

Die Kohorte umfasste mit 520. 424 Personen insgesamt mehr als 92 % aller Organempfänger:innen in den Vereinigten Staaten. Bei 58 % der verpflanzten Organe handelte es sich um Nieren. 21,2 % erhielten eine Leber, 8,9 % ein Herz und 6,0 % eine Lunge. Zum Zeitpunkt des Eingriffs zählten die Patient:innen median 52 Jahre.

In ihrer Analyse schlüsselte das Team nach Entitäten auf. Sieben der zwölf identifizierten Korrelationen betrafen ein erhöhtes Risiko für neue Tumoren im zuvor krebserkrankten Organ: Brust (Incidence Rate Ratio gegenüber Transplantierten ohne vorherige Krebsdiagnose [IRR] 3,71), kutane Melanome (IRR 10,4), Lunge (IRR 3,65), Niere (IRR 2,34), Harnblase (IRR 3,72), Leber (IRR 1,73) und Dickdarm/Rektum (IRR 2,38).

Andere signifikante Zusammenhänge fanden sich zu:

Die Forschenden verweisen darauf, dass für das erhöhte Risiko einer erneuten Krebserkrankung, v. a. im selben Organ, umweltbezogene, lebensstilbedingte und genetische Risikofaktoren sowie die Therapie des Ersttumors eine Rolle spielen. Bei Personen, die vor der Transplantation an Malignomen von Nieren, Leber oder Lunge litten, könne zudem die zugrunde liegende Endorganerkrankung Einfluss nehmen.

Prävention und Früherkennung konsequent betreiben

Angesichts der Ergebnisse mahnen die Autor:innen, Früherkennungsmaßnahmen für Transplantatempfänger:innen nicht zu vernachlässigen. So empfehle es sich, Transplantierte mit Brustkrebsvordiagnose in entsprechende Screeningprogramme aufzunehmen. Auch hinsichtlich Melanomen und Malignomen von Lunge, Leber, Niere und Harnblase spreche das Risiko von Patient:innen mit entsprechender Vorgeschichte für eine organspezifische Überwachung auf Sekundärtumoren. Rezipient:innen mit einer Historie bestimmter Tumorerkrankungen stellten außerdem eine Hauptzielgruppe für Präventionsmaßnahmen wie einen Rauchstopp und konsequenten UV-Schutz dar.

Tao J et al. JAMA Oncol 2026; doi: 10.1001/jamaoncol.2026.0206

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