Ruxolitinibcreme wirksam gegen cGvHD der Haut
Eine Creme mit 1,5 % Ruxolitinib ist offenbar in der Lage, eine chronische Graft-versus-Host-Erkrankung der Haut abzumildern. Die betroffene Körperoberfläche reduzierte sich um rund 8 Prozentpunkte.
Dank einer Ruxolitinibcreme könnte sich das Behandlungsspektrum für Patient:innen mit kutaner chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) erweitern. Die topische Therapie konnte in einer Phase-2-Studie gegenüber Placebo überzeugen, berichten Dr. Alina Markova, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, und Kolleg:innen.
Der JAK-1/2-Inhibitor ist bereits zugelassen für die cGvHD, die unzureichend auf Kortikosteroide oder andere systemische Therapien anspricht. Bisher gab es kaum Optionen für die cGvHD, die direkt auf die Haut ausgerichtet waren.
Wie war die Phase-2-Studie designt?
An der randomisierten, doppelblinden Phase-2-Studie nahmen 24 Patient:innen teil, die eine allogene Stammzelltransplantation erhalten und eine kutane cGvHD entwickelt hatten. Die cGvHD musste mindestens 2 % der Körperoberfläche betreffen. Alle Teilnehmenden applizierten auf eine Körperseite eine topische Ruxolitinibcreme zweimal täglich für 28 Tage. Auf die kontralaterale betroffene Haut trugen sie ein Placebo-Vehikel auf. Das Studiendesign ermöglichte es, direkt zwischen dem Prüfpräparat und dem Placebo-Vehikel innerhalb derselben Person zu vergleichen.
Die Mehrzahl der Erkrankten (88 %) wies eine epidermale cGvHD auf, darunter lichen-planus-ähnliche Manifestationen (46 %), papulosquamöse Läsionen (29 %) sowie makulopapulöse Exantheme oder Erytheme (13 %). Die übrigen drei Patient:innen hatten eine oberflächliche, einem Lichen sclerosus ähnelnde cGvHD.
Ruxolitinib verringert von cGvHD betroffene Fläche signifikant
23 Personen konnten ausgewertet werden. Die von der cGvHD betroffene Körperoberfläche verringerte sich unter Ruxolitinib von 14,3 % zu Beginn auf 6,2 % nach 28 Tagen und unter Placebo von 14,5 % auf 10,4 %. Der Unterschied von -4,2 Prozentpunkten zwischen den beiden Gruppen fiel signifikant aus. Nach Anpassung an die zu Studienbeginn bestehende Differenz der betroffenen Oberfläche zwischen den beiden Körperseiten betrug der Unterschied -4,0 Prozentpunkte (p < 0,0010).
Die Verbesserung durch das Placebo-Vehikel ist laut den Forschenden plausibel, da die Teilnehmenden ihre begleitende systemische Therapie fortführten; zudem müsse man Effekte des Vehikels beziehungsweise von Emollienzien berücksichtigen. Die stärkere Reduktion auf den mit Ruxolitinib behandelten Arealen spreche jedoch für einen therapiespezifischen Effekt.
Keine therapiebedingten Todesfälle beobachtet
Die Creme ging mit wenigen kurzzeitigen Toxizitäten einher. Keine:r der Patient:innen musste die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen unterbrechen oder die Dosis anpassen. Im Gegensatz zu topischen Kortikosteroiden gab es keine Fälle von Hautatrophie, Hautverdünnung oder vermehrter Hämatomneigung.
Therapieassoziierte unerwünschte Ereignisse der Grade 3 bis 5 umfassten ZNS-Leukämie, Sinusitis und Lungeninfektion, die mit jeweils einem Fall (4 %) zu Buche schlugen; behandlungsbedingte Todesfälle beobachteten die Verantwortlichen nicht.
Die Ergebnisse heben das therapeutische Potenzial einer hautgerichteten Behandlung mit einer Ruxolitinibcreme bei kutaner cGvHD hervor, so das Fazit der Autor:innen. Die topische Therapie sei eine wertvolle Ergänzung zur systemischen Behandlung und bei Patient:innen ohne ausgedehnten Befall der Körperoberfläche auch als alleinige Option möglich.
Markova A et al. Lancet Haematol 2026; doi: 10.1016/S2352-3026(26)00201-2
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