In TOSYMA übertrifft eine Brusttomosynthese die 2D-Mammografie
Die digitale Brusttomosynthese in Kombination mit einer Rekonstruktion eines zweidimensionalen Mammogramms deckt nicht nur deutlich mehr invasive Tumoren auf. Sie senkt darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit für ein invasives Intervallkarzinom um nahezu ein Viertel.
Ein Nachteil der im Zuge des Brustkrebsscreenings eingesetzten konventionellen 2D-Mammografie besteht in der Überlagerung von Gewebestrukturen. Bei der digitalen Brusttomosynthese werden dagegen Schichtaufnahmen der Brust zu einem pseudo-dreidimensionalen Bild zusammengesetzt, was die Beurteilbarkeit des Brustdrüsengewebes verbessert, erläutert ein Team um Prof. Dr. Stefanie Weigel vom Universitätsklinikum Münster.1 Zusätzlich kann aus den Schichtaufnahmen ein der konventionellen Mammografie entsprechendes Bild synthetisiert werden.
In der TOSYMA-Studie, an der sich zwischen 2018 und 2020 17 Mammografie-Screeningzentren in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen beteiligten, wurde dieses moderne Diagnostikverfahren mit dem bisherigen Standard, der 2D-Mammografie, verglichen. An der Untersuchung nahmen mehr als 99.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren teil, die einer Einladung zum zweijährlichen Mammografiescreening gefolgt waren. Gemäß Randomisierung absolvierte je etwa die Hälfte von ihnen eine konventionelle Mammografie bzw. eine Tomosynthese inklusive Rekonstruktion eines 2D-Mammogramms. Die Primärdatenauswertung ergab eine um 48 % höhere Wahrscheinlichkeit für die Entdeckung eines invasiven Tumors mit der neuen Methode.
Weniger Intervallkarzinome nach der Brusttomosynthese
Nun prüften die Studieninitiator:innen, inwiefern sich die beiden Strategien hinsichtlich der Häufigkeit invasiver Intervallkarzinome unterscheiden. Das Analysekollektiv umfasste alle TOSYMA-Teilnehmenden mit einem negativen Screeningmammogramm. 70 mittels Tomosynthese, aber 92 mittels konventioneller Mammografie gescreente Personen entwickelten gemäß regionaler Krebsregisterdaten im Laufe von 24 Monaten ein invasives Intervallkarzinom. Umgerechnet sind das 14,2 vs. 18,6 pro 10.000 Untersuchten mit negativem Screeningbefund. Dieser Unterschied erwies sich jedoch statistisch nicht als signifikant (adjustierte Odds Ratio 0,76; 95%-KI 0,55–1,06; p = 0,11).
Im ersten Jahr nach der als unauffällig befundeten Screeningmammografie entwickelten 22 bzw. 31 Frauen der beiden Gruppen ein Intervallkarzinom (4,5 vs. 6,3 pro 10.000 Untersuchten mit negativem Screeningbefund). Dies entspricht einer relativen Risikoreduktion um 29 % (adjustierte Odds Ratio 0,71; 95%-KI 0,52–0,97).
Weitere Datenauswertungen von TOSYMA geplant
Loggen Sie sich ein
Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie! Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie!
Bei Google bevorzugen
Sie möchten bei der Suche nach aktuellen Entwicklungen häufiger unsere Beiträge sehen? Dann fügen Sie uns jetzt zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.
Als bevorzugte Quelle auswählen