COPD und pulmonale Hypertonie

FEV1/DLCO-Ratio deckt schweren Lungenhochdruck auf

Aus der Fachliteratur
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Menschen mit COPD und gleichzeitiger pulmonaler Hypertonie sind besonders belastet.

Eine einfacher Lungenfunktionsparameter könnte helfen, COPD-Kranke mit gefährlicher pulmonaler Hypertonie zu erkennen. Eine Studie zeigt: Die FEV1/DLCO-Ratio identifiziert zuverlässig Hochrisikopatienten.

Etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten mit COPD leidet zugleich an einer pulmonalen Hypertonie (COPD-PH). Durch diese Doppelbelastung sind Krankheitslast und Sterblichkeit der Betroffenen deutlich höher als bei Personen ohne diese Begleiterkrankung oder mit anderen Formen des Lungenhochdrucks (z. B. pulmonalarterielle Hypertonie). Auch stationär behandlungspflichtige COPD-Exazerbationen treten bei dieser ungünstigen Kombination gehäuft auf.

Bei einer COPD-PH beobachtet man häufig einen erhöhten pulmonalen Gefäßwiderstand (PVR) oder einen erhöhten pulmonalkapillären Verschlussdruck – oder beides. Diese unterschiedlichen hämodynamischen Muster erfordern unterschiedliche Behandlungsstrategien. Da nur diejenigen mit deutlich erhöhtem PVR (> 5 Wood-Units) potenziell auf spezifische Hochdrucktherapien ansprechen, gilt es, sie zu identifizieren. Bisher standen dafür allerdings keine validierten Diagnose­tools zur Verfügung.

Vor diesem Hintergrund prüften Dr. ­Aparna ­Balasubramanian von der Johns Hopkins University in Baltimore et al., ob sich bei COPD anhand des Verhältnisses von FEV1 zu DLCO auf das Vorliegen eines Lungenhochdrucks mit erhöhtem PVR schließen lässt. In die retrospektive Studie einbezogen wurden die Daten von 411 Patientinnen und Patienten, bei denen zwischen 2016 und 2023 eine COPD gemäß GOLD-Kriterien festgestellt worden war. Für alle lagen vollständige Angaben zu Spiro­metrie und Rechtsherzkatheterunter­suchung vor, zudem war ein Tiffeneau-­Index (FEV1/FVC) ≤ 70 % gefordert. Das mittlere Alter der überwiegend männlichen Teilnehmenden lag bei rund 65 Jahren, der mediane Body-Mass-Index bei 28,1 kg/m2, drei Viertel waren frühere oder aktuell Rauchende. 40 % von ihnen hatte man zudem eine pulmonale Hypertonie mit erhöhtem PVR bescheinigt. 

Aussagekraft des Hypertoniescreenings deutlich verbessert

Anhand des FEV1/DLCO-Quotienten ließ sich retrospektiv gut zwischen Teilnehmenden mit und ohne pulmonale Hypertonie mit erhöhtem pulmonalem Gefäßwiderstand unterscheiden. Mit jedem Anstieg der Ratio um 0,1 Punkte erhöhte sich der Anteil der Teilnehmenden mit Hochdruck gegenüber Personen ohne diese Komorbidität um 12–14 %. Ab einem FEV1/DLCO-­Verhältnis ≥ 1,4 lag die Spezifität bei 75 %. Die Kombination von Ratio und Echokardiografie verbesserte die Aussagekraft des Hypertoniescreenings deutlich.

Mit Hilfe der leicht zu erhebenden FEV1/DLCO-Ratio könnte man also diejenigen Personen identifizieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer pulmonalen Hypertonie mit erhöhtem PVR leiden, so das Autorenteam. Das sei insofern wichtig, als sie von weiterführender Diagnostik profitieren, die Aussagen über die Prognose und die potenzielle Eignung für effektive Therapien oder Studien zulässt.

Balasubramanian A et al. Thorax 2025; doi: 10.1136/thorax-2025-223921

Dr. Susanne Meinrenken

Dr. Susanne Meinrenken ist als freie Autorin u. a. für die Medical Tribune tätig. Nach ihrer Approbation begann sie 1998 ihre freiberufliche Tätigkeit als Autorin, Journalistin und Redakteurin im Bereich Humanmedizin. So verschieden wie die Zielgruppen ihrer Texte – Medizinerinnen und Mediziner, Studierende oder Laien – sind auch die Fachbereiche, in denen Susanne Meinrenken tätig ist: Neurologie und Psychiatrie, Pneumologie, Gynäkologie und Onkologie sowie internistische und allgemeinmedizinische Texte oder auch Public-Health-Themen.

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