Seltene Atemwegserkrankung PCD

Konsensuempehlungen für das Management der primären Ziliendyskinesie

Aus der Fachliteratur
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Bei Gesunden schlagen die Zilien koordiniert (im Bild), bei Dyskinesie nicht.

Ein Expertenteam hat erstmals klare Empfehlungen zum Management der primären ziliären Dyskinesie (PCD) zusammengestellt. Ziel ist es, Diagnosewege zu verkürzen, Komplikationen zu vermeiden und die Versorgung der Betroffenen zu verbessern.

Klinisch äußert sich eine primäre ziliäre Dyskinesie (PCD) v. a. in chronischen Symptomen der oberen und unteren Atemwege, rezidivierenden sinopulmonalen Infektionen und Bronchiektasen. Da auch die Zilien im Reproduktionstrakt sowie die Flagellen von Spermien betroffen sein können, sind Fertilitätsstörungen bei Männern und Frauen möglich. Genomanalysen lassen weltweit eine PCD-Prävalenz von 1:7.500 vermuten. Die Erkrankung ist genetisch heterogen, bei fast der Hälfte der Betroffenen findet sich ein Situs inversus, bei bis zu 17 % ein angeborener Herzfehler.

Parallelen zu Bronchiektasenund zystischer Fibrose

Der medizinische Umgang mit der PCD leitet sich weitgehend vom Management bei Bronchiektasen und zystischer Fibrose (CF) ab. Neben gewissen Ähnlichkeiten zwischen den Erkrankungen gibt es einige Unterschiede, v. a. hinsichtlich Pathophysiologie und Outcome. Insgesamt hat die PCD eine bessere Prognose als die CF, doch die Lungenfunktion der betroffenen Kinder ist oft schlechter.

Nach wie vor absolvieren Patientinnen und Patienten oft viele Arztbesuche, bis die Diagnose PCD das erste Mal ins Spiel kommt. Unnötige Therapien von inhalativen Steroiden wegen eines vermeintlichen Asthmas bis zur Lungenresektion können die Folge sein. Um Betroffene schneller angemessen behandeln zu können, hat ein englisches Expertenpanel unter Federführung von Dr. ­Evie ­Robson, Centre for Children’s Respiratory Medicine am Leeds Teaching Hospital in Leeds, konsentierte Statements zusammengestellt. Hier die wichtigsten:

Exazerbationen möglichst frühzeitig erkennen

Da es keine kurative Behandlung der PCD gibt, liegt der Fokus auf der Prävention und Therapie von Komplikationen. Entscheidend ist dafür, eine Routine für die mukoziliäre Clearance (Physiotherapie etc.) zu etablieren. Pulmonale Exazerbationen müssen rasch erkannt und adäquat behandelt werden. Nach der Transition ins Erwachsenenalter steht eine Fertilitätsberatung an.

Robson EA et al. ERJ Open Res 2025; doi: 10.1183/23120541.00466-2025

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