COPD-Exazerbation und Herzrisiko

Was die Lungen-CT über das Herz verrät

Aus der Fachliteratur
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In der Lungen-CT lässt sich auch das Herz darstellen, sodass ggf. kardiale Veränderungen sichtbar werden.

Bei exazerbierter COPD bleibt eine Herzschwäche oft unerkannt. Die quantitative Lungen-CT könnte Hinweise auf kardiale Risiken wie die Bronchialwanddicke liefern.

Eine COPD und erst recht deren Exazerbation erhöhen das kardiovaskuläre Risiko der Betroffenen deutlich. Allerdings wird die Gefahr oft ignoriert und die eigentlich notwendige Diagnostik unterbleibt, kritisiert eine Arbeitsgruppe um Dr. Grace Mussell vom Northumbria Healthcare NHS Foundation Trust in North Shields. Schätzungen gehen davon aus, dass bei exazerbierter COPD (ECOPD) in 10–20 % der Fälle eine linksventrikuläre Dysfunktion unerkannt bleibt. Im Hinblick auf eine HFpEF* liegt die Rate wahrscheinlich noch höher.

Was sagt der Pi10-Wert über das kardiale Risiko aus?

Womöglich lässt sich eine kardiale Problematik anhand von Parametern der quantitativen Lungen-CT (qCT) abschätzen, spekulieren die Kolleginnen und Kollegen. Bei der stabilen COPD hat sich das Verfahren als zuverlässig erwiesen, um Emphysemlast, Bronchialwanddicke (Pi10) und Airtrapping zu erfassen. Einer Metaanalyse zufolge korreliert ein Anstieg dieser drei Parameter mit einer erniedrigten FEV1. Verdickte Bronchialwände sind mit einem schwereren Krankheitsverlauf und einem gesteigerten Exazerbationsrisiko assoziiert und Patientinnen und Patienten in der höchsten Pi10-Quartile haben im Vergleich zu denjenigen in der niedrigsten ein fast verdoppeltes Risiko, innerhalb von fünf Jahren zu sterben.

Ob qCT-Messungen, die während einer ECOPD erfolgen, ähnliche Rückschlüsse auf die pulmonale aber auch kardiale Situation erlauben, prüfte die Autorengruppe in einer Studie. Darin erhielten u. a. 56 Betroffene im Durchschnittsalter von 72,5 Jahren neben der inspiratorischen sowie exspiratorischen Lungen-CT eine strukturierte kardiale Diagnostik. Durch sie konnte in 10,7 % der Fälle eine moderate bis schwere linksventrikuläre Dysfunktion nachgewiesen werden, wobei in 8,9 % die Diagnose erstmals gestellt wurde. Eine leichte Linksherzinsuffizienz lag in 25 % der Fälle vor, eine Rechtsherzinsuffizienz in 17,9 %. Der Anteil der Erstdiagnosen betrug 23,2 % bzw. 14,3 %. Eine schwere KHK mit einem Kalzium-Score ≥ 400 fand sich bei 22 von 51 Patientinnen und Patienten. Fünf weitere hatten bereits einen Koronarstent erhalten.

Die Auswertung der qCT-Daten offenbarte bedeutsame Zusammenhänge zwischen strukturellen Lungenveränderungen und spirometrischen sowie kardialen Parametern, schreiben die Forschenden. Wie erwartet korrelierten Emphysem und Airtrapping mit einer verminderten FEV1. Eine signifikante Assoziation zu kardialen Befunden ergab sich aber nur für erhöhte Pi10-Werte. Sie gingen mit einer Linksherzinsuffizienz sowie einer erhöhten Mortalität in der Nachbeobachtungszeit von bis zu zwölf Monaten einher.

Welche Grenzen hat die qCT bei exazerbierter COPD?

Ein Ersatz für die Echokardiografie ist die qCT nicht, betonen die Studienautorinnen und -autoren. Ein auffälliges Pi10 könnte aber Anlass dafür sein, bei Menschen mit ECOPD eine gezielte kardiale Diagnostik einzuleiten. Dies müsse in weiteren Studien geprüft werden.

* Heart Failure with preserved Ejection Fraction

Mussell GT et al. BMJ Open Respir Res 2026; 13: e003815; doi: 10.1136/bmjresp-2025-003815

Birgit Maronde

Birgit Maronde

Freie Autorin
Nach ihrem Medizinstudium an der Universität Mainz hat sie zunächst in der Inneren Medizin gearbeitet, um sich dann dem Medizinjournalismus zuzuwenden. Viele Jahre gehörte sie zum Team der Medical-Tribune-Redaktion, von 2016 bis 2024 in der Funktion als Chefredakteurin. Im Unruhestand ist sie als freie Autorin tätig.

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