Denguefieber-Schutzimpfung

Dengue-Impfung auch ohne nachgewiesene Infektion möglich

Pressemitteilung – Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin
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Die Impfung gegen Denguefieber ist offenbar auch ohne die vorangegangene Infektion mit dem Erreger möglich.

Neue Daten kippen alte Positionen: Laut der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin können auch seronegative Personen mit der tetravalenten Lebendvakzine gegen das Denguefieber geimpft werden. Langzeitstudien hätten für diese Patientengruppe keinen Anstieg des Risikos durch infektionsverstärkende Antikörper gezeigt.

Die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin (DFR) rät, Personen ohne vorherige Dengue-Infektion nicht länger generell von der Dengue-Schutzimpfung auszuschließen. Damit stellt sich die DFR gegen die aktuelle STIKO-Empfehlung.

Laut STIKO soll nur bei laborbestätigter Vorinfektion geimpft werden, und zwar mit zwei Dosen im Abstand von drei Monaten. Begründet wird dies mit dem Risiko eines Antibody Dependent Enhancement (ADE) bei seronegativen Personen.

Langzeitdaten über mehr als sieben Jahre sowie Real-­World-Daten mit über 20 Mio. verabreichten Dosen hätten aber keine Hinweise auf ein erhöhtes ADE-Risiko ergeben, schreibt die DFR. In den Zulassungsstudien lag die Schutzrate im ersten Jahr bei über 80 % gegen Erkrankung und bei mehr als 95 % gegen Hospitalisierung, sowohl für seropositive als auch für seronegative Personen. Bereits eine Einzeldosis kann laut DFR einen vorläufigen Schutz von rund 81 % bieten.

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