Weniger Empfehlungen, klarere Therapiepfade

EULAR-Leitlinien zur rheumatoiden Arthritis

Aus der Fachliteratur
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Neue therapeutische Optionen und Sicherheitsdaten machten die Aktualisierung der EULAR-Empfehlungen zur rheumatoiden Arthritis erforderlich.

Das letzte Update der Empfehlungen zur rheumatoiden Arthritis ist über drei Jahre her. Seitdem hat sich vor allem bei den Behandlungsstrategien einiges getan. Eine Taskforce hat die neuen Daten analysiert und in die Empfehlungen eingearbeitet.

Seit der letzten Aktualisierung im Jahr 2022 ist zwar kein neues Medikament zur Behandlung der rheumatoiden Ar­thritis (RA) zugelassen worden. Doch aufgrund mehrerer strategisch angelegter Studien konnten wichtige Aspekte geklärt werden, die zuvor ausschließlich auf Expertenmeinungen beruhten, schreibt die Taskforce um Prof. Dr. Josef Smolens, Medizinische Universität Wien. Im Zuge der Revision wurde die Zahl der Empfehlungen von elf auf neun reduziert. Die fünf Leitprinzipien behielt die Arbeitsgruppe inhaltlich weitgehend bei (siehe Kasten).

Leitprinzipien der EULAR-Empfehlungen

  • Die rheumatoide Arthritis ist eine potenziell schwer verlaufende, systemische und funktionell einschränkende Erkrankung, die eine langfristige strukturierte Behandlung erfordert.

  • Behandlungsentscheidungen sollen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten getroffen werden, unter Berücksichtigung von Nutzen, Risiken und individuellen Präferenzen.

  • Die Versorgung soll primär durch rheumatologisch erfahrene Ärztinnen und Ärzte erfolgen, insbesondere bei Diagnosestellung und Therapieinitiierung.

  • Die Behandlung soll konsequent auf das Erreichen und Halten eines klar definierten Therapieziels ausgerichtet sein (Treat-to-Target-Prinzip).

  • Die Krankheitsaktivität soll regelmäßig überprüft und die Therapie bei Bedarf zeitnah angepasst werden, um das definierte Ziel zu erreichen.

Smolen JS et al. Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.01.023

Dr. Sonja Kempinski

Dr. Sonja Kempinski ist als freie Autorin für die Medical Tribune und den Fachtitel Medical Tribune Rheumatologie/Schmerz sowie für verschiedene Gesundheitswebsites tätig. Ihre Spezialgebiete sind dabei die Rheumatologie und die Orthopädie, als ehemalige Chefredakteurin einer Zeitschrift für Allgemeinmediziner liegen ihr aber auch hausärztliche Themen am Herzen.

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