Morbus Sjögren verstärkt Keratokonjunktivitis sicca
Morbus Sjögren verstärkt Keratokonjunktivitis sicca
Bei Menschen mit Sjögren-Syndrom verschlechtert sich das trockene Auge offenbar schneller und stärker als bei isolierter Keratokonjunktivitis sicca – das zeigt eine US-Langzeitstudie mit 427 Betroffenen.
Die Keratokonjunktivitis sicca (KCS) ist eine besonders ausgeprägte Form des trockenen Auges. Eine mögliche Ursache ist das Sjögren-Syndrom, bei dem entzündliche Veränderungen die Tränendrüsen beeinträchtigen können. Wie sich objektive Zeichen und subjektive Beschwerden einer KCS bei Menschen mit und ohne Sjögren-Syndrom über zwei bis drei Jahre hinweg entwickeln, hat ein US-Forscherteam in einer prospektiven Kohortenstudie untersucht.
Die Arbeitsgruppe um Sally Peterson von der University of California wertete für die Analyse Daten des Registers der Sjögren’s International Collaborative Clinical Alliance (SICCA) aus. Eingeschlossen waren 427 Personen mit KCS, definiert als okulärer Färbescore (Ocular Staining Score, OSS) von mindestens 5, der sowohl zu Studienbeginn als auch bei der Nachuntersuchung erreicht worden war. 305 Patientinnen und Patienten hatten zusätzlich ein Sjögren-Syndrom, 122 litten ausschließlich an KCS und bildeten die Vergleichsgruppe. Das mittlere Alter betrug 54,4 Jahre, 94,8 % der Teilnehmenden waren Frauen.
Die Beurteilung der Augenoberfläche erfolgte mittels standardisierter Tests, darunter der OSS, der Schirmer-I-Test, die Tränenfilmaufrisszeit (Tear Break-Up Time, TBUT) und der Ocular Surface Disease Index-6 (OSDI-6). Die Forschenden verglichen anschließend die Veränderung dieser Parameter über den Beobachtungszeitraum zwischen beiden Gruppen.
Tränenfilmstabilität nahm bei der Kombination der Erkrankungen stärker ab
An KCS plus Sjögren-Syndrom Erkrankte wiesen bereits zu Studienbeginn schwerere objektive Zeichen des trockenen Auges auf als diejenigen mit isolierter KCS. Im Verlauf nahm der OSS in dieser Gruppe weiter zu, berichten die Forschenden. Der Anstieg fiel bei Patientinnen und Patienten mit Sjögren-Syndrom um 1,51 Punkte stärker aus als bei Personen mit alleiniger Keratokonjunktivitis sicca. Auch die Tränenfilmstabilität nahm bei Personen mit Sjögren-Syndrom stärker ab. Gemessen an der TBUT betrug der Unterschied zwischen den Gruppen 1,10 Sekunden, beim Schirmer-Test lag die Differenz bei 2,16 mm. Für den OSDI-6 zeigte sich kein statistisch signifikanter Effekt, die Veränderung lag in der Sjögren-Gruppe um 0,36 Punkte höher als bei isolierter KCS.
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass mit Sjögren assoziierte und alleinige KCS unterschiedliche klinische Formen der trockenen Augenerkrankung darstellen, so das Fazit des Autorenteams. Zukünftige Forschung mit längerer Nachbeobachtung könnte dazu beitragen, die Unterschiede besser zu charakterisieren.
Peterson S et al. Am J Ophthalmol 2026; 291: 372-381; doi: 10.1016/j.ajo.2026.07.034
Dr. Sabine Debertshäuser
Bei Menschen mit Sjögren-Syndrom verschlechtert sich das trockene Auge offenbar schneller und stärker als bei isolierter Keratokonjunktivitis sicca – das zeigt eine US-Langzeitstudie mit 427 Betroffenen.
Die Keratokonjunktivitis sicca (KCS) ist eine besonders ausgeprägte Form des trockenen Auges. Eine mögliche Ursache ist das Sjögren-Syndrom, bei dem entzündliche Veränderungen die Tränendrüsen beeinträchtigen können. Wie sich objektive Zeichen und subjektive Beschwerden einer KCS bei Menschen mit und ohne Sjögren-Syndrom über zwei bis drei Jahre hinweg entwickeln, hat ein US-Forscherteam in einer prospektiven Kohortenstudie untersucht.
Die Arbeitsgruppe um Sally Peterson von der University of California wertete für die Analyse Daten des Registers der Sjögren’s International Collaborative Clinical Alliance (SICCA) aus. Eingeschlossen waren 427 Personen mit KCS, definiert als okulärer Färbescore (Ocular Staining Score, OSS) von mindestens 5, der sowohl zu Studienbeginn als auch bei der Nachuntersuchung erreicht worden war. 305 Patientinnen und Patienten hatten zusätzlich ein Sjögren-Syndrom, 122 litten ausschließlich an KCS und bildeten die Vergleichsgruppe. Das mittlere Alter betrug 54,4 Jahre, 94,8 % der Teilnehmenden waren Frauen.
Die Beurteilung der Augenoberfläche erfolgte mittels standardisierter Tests, darunter der OSS, der Schirmer-I-Test, die Tränenfilmaufrisszeit (Tear Break-Up Time, TBUT) und der Ocular Surface Disease Index-6 (OSDI-6). Die Forschenden verglichen anschließend die Veränderung dieser Parameter über den Beobachtungszeitraum zwischen beiden Gruppen.
Tränenfilmstabilität nahm bei der Kombination der Erkrankungen stärker ab
An KCS plus Sjögren-Syndrom Erkrankte wiesen bereits zu Studienbeginn schwerere objektive Zeichen des trockenen Auges auf als diejenigen mit isolierter KCS. Im Verlauf nahm der OSS in dieser Gruppe weiter zu, berichten die Forschenden. Der Anstieg fiel bei Patientinnen und Patienten mit Sjögren-Syndrom um 1,51 Punkte stärker aus als bei Personen mit alleiniger Keratokonjunktivitis sicca. Auch die Tränenfilmstabilität nahm bei Personen mit Sjögren-Syndrom stärker ab. Gemessen an der TBUT betrug der Unterschied zwischen den Gruppen 1,10 Sekunden, beim Schirmer-Test lag die Differenz bei 2,16 mm. Für den OSDI-6 zeigte sich kein statistisch signifikanter Effekt, die Veränderung lag in der Sjögren-Gruppe um 0,36 Punkte höher als bei isolierter KCS.
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass mit Sjögren assoziierte und alleinige KCS unterschiedliche klinische Formen der trockenen Augenerkrankung darstellen, so das Fazit des Autorenteams. Zukünftige Forschung mit längerer Nachbeobachtung könnte dazu beitragen, die Unterschiede besser zu charakterisieren.
Peterson S et al. Am J Ophthalmol 2026; 291: 372-381; doi: 10.1016/j.ajo.2026.07.034
Dr. Sabine Debertshäuser
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