Neue Hoffnung bei Lungenfibrose
Bei Lungenfibrose halten sich die pathologischen Fibroblasten die körpereigene Immunabwehr mit hemmenden Signalen vom Leib. Der Antikörper Monalizumab kann diese Blockade offenbar lösen.
Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) könnten künftig gezielt zur Behandlung fibrotischer Lungenerkrankungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Ein Forschungsteam unter Leitung von Dr. Wolfgang Merkt, Universitätsklinikum Heidelberg, hat gezeigt, dass sich durch Reaktivierung dieser Immunzellen gezielt krankheitsfördernde Fibrosezellen beseitigen lassen.
Oberflächenmolekül sendet bremsende Signale
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen alternde, dauerhaft geschädigte Fibroblasten, die sich in fibrotisch verändertem Lungengewebe ansammeln. Diese Zellen tragen wesentlich dazu bei, Entzündungsprozesse aufrechtzuerhalten und die fortschreitende Vernarbung der Lunge zu fördern. Gleichzeitig schützen sie sich aktiv vor dem Angriff des Immunsystems: Über das Oberflächenmolekül HLA-E senden sie hemmende Signale an NK-Zellen und setzen deren natürliche Abwehrfunktion außer Kraft. Diese Immunblockade lässt sich offenbar mithilfe des Antikörpers Monalizumab durchbrechen. In präklinischen Modellen gewannen die NK-Zellen dadurch ihre Fähigkeit zurück, die krankheitsrelevanten Fibrosezellen gezielt zu beseitigen. Auf diese Art könnte sich die natürliche Fähigkeit der Lunge zur Regeneration wieder herstellen lassen, so Dr. Merkt.
Durch diese Ergebnisse eröffnet sich möglicherweise ein neuartiges Therapieprinzip, betont Prof. Dr. Ulf Wagner, Präsident der DGRh. Da Monalizumab bereits in der Onkologie untersucht wird, könnten sich klinische Studien für fibrotische Lungenerkrankungen vergleichsweise rasch realisieren lassen.
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Immunologie