Rheuma und Infektionsrisiko

Invasive Pilzinfektionen bei Rheuma: Wer ist gefährdet?

Aus der Fachliteratur
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Vor allem Pneumocystis jirovecii und Candida-Arten führen bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis zu invasiven Mykosen.

Eine rheumatoide Arthritis erhöht das Risiko für invasive Pilzinfektionen – insbesondere bei älteren, männlichen und rauchenden Betroffenen. Eine Analyse aus dem RABBIT-Register zeigt, welche Faktoren besonders gefährlich werden können.

Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) haben ein erhöhtes Risiko für invasive Pilzinfektionen. Das liegt zum einen an der Erkrankung selbst, aber auch an der immunsuppressiven Therapie und den häufigen Komorbiditäten. Um Genaueres zur Charakterisierung von RA-Betroffenen mit invasiven Pilzerkrankungen zu erfahren, analysierte ein Team um Alina Purschke vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin Daten aus dem RABBIT-Register. 

Im Zeitraum 2001 bis 2023 traten bei 22.535 Patientinnen und Patienten 69 invasive Mykosen auf (Inzidenzrate 0,65/1.000 Patientenjahre), 24 von ihnen starben an der Infektion (35 %). Verantwortlich waren vor allem Pneumocystis jirovecii und Candida-Arten (35 % bzw. 33 %), Aspergillus fand man in 13 % der Fälle.

Kardiovaskuläre Erkrankungen verdreifachten das Risiko

Die Betroffenen waren durchschnittlich 65,4 Jahre alt und zu 54 % weiblich. 80 % gaben an, geraucht zu haben, und 84 % benötigten Glukokortikoide (im Mittel 8,6 mg/d Prednisolonäquivalent). 91 % wiesen bei der Hospitalisierung Komorbiditäten auf, die das Infektionsrisiko erhöhen. 

Die Forschenden konnten eine Reihe von Faktoren identifizieren, die das Risiko für eine invasive Pilzinfektion erhöhten. Dazu gehörten das männliche Geschlecht (Hazard Ratio, HR, 1,92) und ein höheres Alter: Pro 10 Lebensjahre stieg die Gefahr um 36 %. Ein (Ex-)Raucherstatus schlug mit einer fast zweieinhalbfachen Erhöhung des Risikos zu Buche (HR 2,43). Komorbiditäten erhöhten ebenfalls die Gefahr einer invasiven Mykose: Andere Autoimmunerkrankungen und chronische Lungenerkrankungen verdoppelten das Risiko (HR 2,11 bzw. 2,09), kardiovaskuläre Erkrankungen verdreifachten es (HR 3,03). Die Nutzung von Glukokortikoiden erhöhte das Risiko um 17 %. Ein Zusammenhang von Pilzinfektionen und b/tsDMARD ließ sich in dieser Untersuchung nicht feststellen.

Insgesamt kommen invasive Pilzerkrankungen bei RA-Patientinnen und -Patienten eher selten vor, schlussfolgert das Team. Wenn sie auftreten, sind sie allerdings mit einer Letalität von 35 % behaftet. Als wichtigste Risikofaktoren wurden infektionsprädisponierende Komorbiditäten sowie eine Raucheranamnese identifiziert. Die immunsuppressive Behandlung scheint nur mit Glukokortikoiden einen Einfluss zu haben – eine zielgerichtete Therapie mit b/tsDMARD ist offenbar weniger relevant.

Purschke A et al. RMD Open 2025; 11: e005961; doi: 10.1136/rmdopen-2025-005961

Dr. Sonja Kempinski

Dr. Sonja Kempinski ist als freie Autorin für die Medical Tribune und den Fachtitel Medical Tribune Rheumatologie/Schmerz sowie für verschiedene Gesundheitswebsites tätig. Ihre Spezialgebiete sind dabei die Rheumatologie und die Orthopädie, als ehemalige Chefredakteurin einer Zeitschrift für Allgemeinmediziner liegen ihr aber auch hausärztliche Themen am Herzen.

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