Weniger Arrhythmien bei niedriger PsA-Aktivität
Es gibt viele Gründe, bei der Psoriasisarthritis die Krankheitsaktivität gut in den Griff zu bekommen. Einer davon ist die Prävention von Herzrhythmusstörungen, wie aktuelle Daten unterstreichen.
Remission bzw. eine niedrige Krankheitsaktivität (LDA) sind wie bei fast allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auch bei der Psoriasisarthritis (PSA) erklärtes Behandlungsziel. Das ist offenbar nicht nur für die Gelenke, sondern auch für den Herzrhythmus gut. Denn einer kanadischen Studie zufolge sind bei PsA sowohl die Remission als auch die LDA im Vergleich zur hohen Aktivität mit einem signifikant geringeren Risiko für atriale Tachyarrhythmien assoziiert – unabhängig von anderen arrhythmogenen Risikofaktoren.
Analysiert wurden die Daten von 1.670 durchschnittlich 10,5 Jahre lang nachverfolgten PsA-Patientinnen und -Patienten. Alle waren in Abständen von sechs bis zwölf Monaten nach einem Standardprotokoll untersucht worden. Insgesamt ereigneten sich 80 atriale Tachyarrhythmien, 17 Bradyarrhythmien und 11 ventrikuläre Tachyarrhythmien. Die Forschenden um Abdulrahman Almansouri von der Universität Toronto errechneten die kumulativen Inzidenzraten der drei Arrhythmiegruppen bis zum Alter von 70 Jahren mit 7,82 %, 0,67 % und 0,45 %. Bis zum Alter von 80 Jahren betrug die kumulative Inzidenzrate der atrialen Tachyarrhythmien sogar 17,08 %.
Tachyarrhythmierisiko um 54 % reduziert
In der multivariablen Analyse stellte sich u. a. heraus, dass eine Remission bzw. LDA im Vergleich zu einer hohen Krankheitsaktivität mit einem um 54 % niedrigeren atrialen Tachyarrhythmierisiko verbunden war. Dieser Wert bezieht sich auf die Krankheitsaktivität gemäß DAPSA-Score nach Berücksichtigung potenzieller Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Medikation, PsA-Dauer und kardiovaskuläre Risikofaktoren. Auch ein höherer PASI ging im Trend mit vermehrten atrialen Rhythmusstörungen einher (nicht signifikant).
Signifikant wiederum fiel die Assoziation zwischen Tachyarrhythmierisiko und erhöhtem Wert auf der visuellen Analogskala mit drei Items (3-VAS) aus. Schmerzhafte und geschwollene Gelenke führten ebenfalls zu einem Risikoanstieg.
Aufgrund der geringen Fallzahlen konnten die Forschenden zur Beziehung zwischen Krankheitsaktivität und Bradykardien oder ventrikulären Arrhythmien keine Aussagen treffen. Nichtsdestotrotz liefert die Studie ihnen zufolge wichtige Erkenntnisse. Zum einen unterstützt sie die schon bestehenden Hinweise darauf, dass bei PsA vermehrt atriale Tachyarrhythmien auftreten – immerhin leiden bis zum Alter von 80 Jahren 17 % der Betroffenen daran. Neu ist zudem, dass die Krankheitsaktivität einen unabhängigen Risikofaktor dafür darstellt.
Zytokine beeinflussen die Ionenkanäle
Pathophysiologisch könnten zirkulierende proinflammatorische Zytokine eine Rolle spielen. Sie verringern die Funktion der Ionenkanäle im Erregungsleitungssystem, was eine Verlängerung der ventrikulären Aktionspotenziale zur Folge hat. Sie können zudem die intrazelluläre Kalziumfreisetzung aktivieren und zu einer Dysfunktion der Gap-Junctions führen – alles Vorgänge, die die Erregungsausbreitung und damit den Rhythmus erheblich stören können.
Almansouri AY et al. RMD Open 2026; 12: e005512; doi: 10.1136/rmdopen-2025-005512