Rheuma & Arbeitsfähigkeit

Psoriasisarthritis mindert Jobtauglichkeit deutlich

Deutscher Rheumatologiekongress 2025
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Psoriasisarthritis beeinträchtigt Arbeitsfähigkeit, Lebensqualität und Psyche.

Eine Berliner Analyse zeigt: Psoriasisarthritis schränkt die Arbeitsfähigkeit massiv ein. Besonders bei hoher Krankheitsaktivität sinken Leistungsfähigkeit und Lebensqualität – depressive Symptome sind häufige Begleiter.

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen haben einen deutlichen Einfluss auf die langfristige Arbeitsfähigkeit der betroffenen Patientinnen und Patienten. Denn die chronischen Erkrankungen verlaufen oft stark schwankend. In Phasen mit hoher Aktivität kann die körperliche Funktionsfähigkeit so weit beeinträchtigt sein, dass die Ausübung des Berufs kaum oder nicht mehr möglich ist. Dies alles gilt offenbar auch für diejenigen, die an einer Psoriasisarthritis (PsA) leiden, wie ein Team um ­Dr. Stephanie Lembke vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin anhand einer deskriptiven Querschnittanalyse herausgefunden hat.

Arbeitsfähigkeit mittels Work Ability Index bestimmt

Die Forschenden nutzten dafür die Daten aus dem RABBIT-SpA-Register. Die Arbeitsfähigkeit wurde anhand des Work Ability Index (WAI) mit Werten von 7 bis 49 Punkten ermittelt. Je höher der Punktwert liegt, desto besser ist die Arbeitsfähigkeit. Es wurden drei Gruppen definiert: Betroffene mit guter oder sehr guter Arbeitsfähigkeit (WAI 37 bis 49 Punkte), mit moderater bis schlechter Arbeitsfähigkeit (WAI 7 bis 36 Punkte) sowie Nicht-Erwerbstätige.

Insgesamt wurden 1.276 PsA-Patientinnen und -Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in die Analyse eingeschlossen. 762 (60 %) von ihnen waren weiblich, das Durchschnittsalter aller Teilnehmenden betrug 50 Jahre. 69 % der Kohorte waren erwerbstätig, davon wiesen mehr als zwei Drittel (71 %) eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf.

Diejenigen, die nicht erwerbstätig waren oder deren Arbeitsfähigkeit laut WAI als moderat bzw. schlecht eingestuft wurde, wiesen eine ausgeprägtere Krankheitsaktivität auf im Vergleich zu den Erwerbstätigen mit guter oder sehr guter Arbeitsfähigkeit. Dies zeigte sich an einer höheren Anzahl geschwollener und druckschmerzhafter Gelenke sowie höheren DAPSA-Scores (mittlere DAPSA-Scores 25,8 bzw. 23,2 vs. 15,4). Mehr Depressionen und weniger Lebensqualität

Mehr Depressionen und weniger Lebensqualität

Im Vergleich zu den PsA-Betroffenen mit sehr guten oder guten WAI-Werten hatten die beiden anderen Gruppen schlechtere Outcomes bei den patientenberichteten Faktoren, z. B. eine mittels DLQI* und PsAID** erhobene geringere Lebensqualität. Auch depressive Symptome fanden sich bei den PsA-Patientinnen und -Patienten mit moderatem oder schlechtem WAI sowie bei den Nicht-Erwerbstätigen häufiger als bei denjenigen mit guter oder sehr guter Arbeitsfähigkeit (35 % bzw. 41 % im Vergleich zu 9 %). Bezüglich der Komorbiditäten gab es zwischen den Erwerbstätigen und den Nicht-Erwerbstätigen deutliche Unterschiede: Letztere waren häufiger adipös und/oder rauchten  und litten häufiger an Begleiterkrankungen wie z. B. Diabetes oder Hypertonie.

*Dermatology Life Quality Index

**    Psoriatic Arthritis Impact of Disease

Quelle: Lembke S et al. Deutscher Rheumatologie­kongress; Abstract SpA.10; Abstractband S. 535

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