Schmerzforschung & Empathie

Innere Schmerzen treffen härter als äußere

Pressemitteilung – Ruhr-Universität ­Bochum
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Schmerzen aus dem Körperinneren werden stärker wahrgenommen und lösen mehr Mitgefühl aus.

Schmerzen aus dem Körperinneren werden nicht nur intensiver empfunden, sie wecken auch mehr Mitgefühl – selbst bei Unbeteiligten. Der Bauchschmerz wirkt also stärker als etwa ein Hitzereiz auf der Haut.

Ein Schmerz aus dem Inneren des Körpers wird intensiver und unangenehmer erlebt als einer, der von außen kommt, und ruft bei Mitmenschen mehr Anteilnahme hervor. Das ist das Ergebnis einer experimentellen Studie.

Dreißig gesunde Frauen und Männer, die seit mindestens drei Monaten in einer festen Paarbeziehung waren, unterzogen sich zwei standardisierten Schmerzreizen: einem inneren, durch Druck auf den Bauch erzeugten, und einem äußeren Hitzeschmerz am Unterbauch. Die Versuchspersonen wurden aufgefordert, die Reize jeweils aus drei Blickwinkeln zu bewerten: aus der eigenen Sicht, aus der ihrer Partnerin oder ihres Partners sowie aus der einer unbekannten Person. Sechs Tage später sollten sie sich die Schmerzerfahrung aus den unterschiedlichen Perspektiven in Erinnerung rufen. Wiederum zwei Tage später wurde online erfragt, welche Empfindungen das Erinnern auslöste.

Schmerzen aus dem Körperinneren wurden durchgängig als intensiver bewertet und lösten stärkere kognitive, affektive und empathische Reaktionen aus als äußerliche Schmerzen. Das traf sowohl für das eigene Erleben zu als auch bei der Vorstellung, Partnerin, Partner oder Fremde würden darunter leiden. Der Effekt war bei der Partnerperspektive am stärksten und blieb auch in der Erinnerung erhalten.

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