Wenn der Zyklus die Leistung beeinflusst

Wie stark bremst die Menstruation die Leistung beim Frauenfußball?

Aus der Fachliteratur
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Zyklusbedingte Beschwerden sorgen im Frauenfußball für Einbußen bei der Performance.

Menstruationsbeschwerden machen sich auch bei Fußballerinnen bemerkbar: Mehr als jede zweite Athletin berichtete in einer Studie über relevante Einschränkungen bei Training, Belastbarkeit und sportlicher Performance.

Auch wenn der weibliche Zyklus im Leistungssport zunehmend berücksichtigt wird, bleiben Frauen in der sportwissenschaftlichen Forschung nach wie vor unterrepräsentiert, kritisiert ein Team um Amelie Jugenheimer von der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems. Mit den Ergebnissen ihrer Studie unterstreichen die Forschenden die Relevanz individueller und zyklusorientierter Trainingsansätze im Spitzen- und Nachwuchssport.

An der Studie nahmen 106 Spielerinnen aus der 1. und 2. Frauen-Bundesliga sowie dem Nationalen Zentrum für Frauenfußball in Österreich teil, ausgewertet wurden die Daten von 91 Spielerinnen. Die 14- bis 33-Jährigen gaben mittels Fragebogen Auskunft über körperliche und mentale Symptome während der Menstruation sowie deren Einfluss auf die sportliche Performance.

86 % der Frauen berichteten über wiederkehrende körperliche Menstruationsbeschwerden. Dazu gehörten Unterleibsschmerzen (95 %), Müdigkeit und Schlafstörungen (67 %), Mastodynie (60 %), Hautveränderungen (40 %) und Diarrhö (34 %). Auch Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel wurden genannt (29 %, 18 % bzw. 7 %). Psychische Beschwerden betrafen 52 % der Spielerinnen, darunter Reizbarkeit (81 %), Stimmungsschwankungen (60 %) und Antriebslosigkeit (54 %). Mehr als jede zweite (56 %) sah ihre sportliche Leistung dadurch in mäßiger bis starker Form beeinträchtigt, 40 % spürten eher geringe Auswirkungen. Die Schwere der Symptome korrelierte signifikant mit der empfundenen Einschränkung. Körperliche Beschwerden beeinträchtigten die Performance stärker, als es ihre angegebene Intensität erwarten ließ.

Mehr als die Hälfte passt den Trainingsplan an

Für mentale Symptome bestand hingegen weitgehende Übereinstimmung zwischen Stärke und Leistungseinschränkung. Die Mehrheit der Spielerinnen erlebte den deutlichsten Leistungsabfall während der Menstruation, etwa ein Viertel in der prämenstruellen Phase. Auch der Eisprung wurde als relevanter Zeitpunkt genannt.

Kraft- und Ausdauertraining waren stärker betroffen als Techniktraining. Mehr als die Hälfte der Frauen gab an, ihren Trainingsplan symptombedingt abzuändern und etwa Krafteinheiten auszulassen oder Trainingsintensität bzw. -dauer zu reduzieren. Viele griffen gelegentlich zu Schmerzmitteln (70 %), jede fünfte Befragte regelmäßig.

Jugenheimer A et al. Dtsch Z Sportmed 2026; 77: 65-68; doi: 10.5960/dzsm.2025.653