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Glosse Her mit dem Nose Cancelling Device!

Aus der Redaktion Autor: Dr. Anna-Lena Krause

© MT
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Obwohl es nicht immer so läuft wie geplant, bin ich Fan von öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Glosse.

Man braucht sich weder um das Fahrzeug noch um das Fahren zu kümmern, kann abschalten oder arbeiten. Das gelingt mir noch besser, seitdem ich Kopfhörer mit Antischall (Noise Cancelling) habe. Das Fahrerlebnis bleibt jedoch nicht lange so angenehm. Denn mein Sitznachbar hinter mir, der sein Frikadellenbrötchen mit Bier heruntergespült hat, flatuliert in regelmäßigen Abständen. Und wenn ich mich nicht täusche, hat die ältere Frau im Sitz vor mir den olfaktorischen Ausnahmezustand im Wagen 2 dazu genutzt, ebenfalls ihren Winden freie Bahn zu schaffen. Während die beiden fröhlich Pups-Ping-Pong spielen und ich genau dazwischen sitze, frage ich mich: Wieso habe ich kein Nose Cancelling Device?

Das wäre schon eine tolle Sache: Ein Gerät, dass selektiv die Wahrnehmung unangenehmer Gerüche blockiert. Entweder als farbige Over-Nose-Variante, vielleicht in Form einer Clowns- oder Schweinenase. Oder ganz dezent als kleines In-Nose-Gerät. Sofort frage ich die Suchmaschine, ob es so etwas gibt. Immerhin kann man Nasenfilter mit Metholduft erwerben, Tragedauer bis zu acht Stunden. Schon ein guter Anfang. Wirklich praktisch wäre aber eine Technik, die zwar Miefreize unterdrückt, aber z.B. Duft und Geschmack meines Kaffees aus dem Bordbistro nicht beeinträchtigt. 

Auch eine Aromatherapie-Funktion würde mich freuen – falls man mal Lust auf einen bestimmten Duft hat. Dann hätte man immer etwas zur Hand, wenn eine Gruppe Teenager nach dem Schulsport in den Bus einsteigt und 80 Olf versprüht (Ein Olf ist definitionsgemäß die Geruchsbelastung, die von einem durchschnittlichen Erwachsenen ausgeht, der eine sitzende Tätigkeit ausübt, einen Hygienestandard von 0,7 Bädern pro Tag hat und täglich seine Unterwäsche wechselt. Ein Raucher hat durchschnittlich elf Olf und Marmor 0,01 Olf/m². Danke, Google!). 

Sicher würde auch das medizinische und das Pflegepersonal von so einer Erfindung profitieren. Von der Pathologie bis zum Rettungsdienst – mir fallen so viele hocholfige Tätigkeiten ein! Aber jetzt verdufte ich erstmal, schnappe frische Luft und erfreue mich an den Frühlingsgerüchen. 

Dr. Anna-Lena Krause

Redakteurin Medizin

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