Hausärzteverband Von arztzentrierter zu teamzentrierter Versorgung

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

Wahlsiegerinnen: Prof. Dr. ­Nicola Buhlinger-Göpfarth (r.) und Dr. Su­sanne Bublitz (l.). Wahlsiegerinnen: Prof. Dr. ­Nicola Buhlinger-Göpfarth (r.) und Dr. Su­sanne Bublitz (l.). © HÄV BaWü, Jan Winkler

Neue Power in Baden-Württemberg: Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth ist die neue Vorsitzende des Hausärzteverbandes. Unterstützt wird sie von Vize Dr. Susanne Bublitz.

Nach über 20 Jahren ist in Baden-Württemberg die Ära der Väter der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV), Dr. Berthold Dietsche und Dr. Frank-Dieter Braun, als Vorstandschef und -vize des Hausärzteverbandes vorbei. Eine neue Zeit unter der Führung der beiden Hausärztinnen Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Pforzheim, und Dr. Susanne Bublitz, Pfedelbach, beginnt. „Wir sind startklar“, riefen die beiden nach ihrer Wahl. Mit eindeutigen Ergebnissen (26 zu 13 Stimmen bzw. 29 zu 11 Stimmen) bekamen sie den Vorzug vor ihren Gegenkandidaten. Der gesamte neu gewählte Vorstand ist „deutlich verjüngt“, stellen sie fest. Als hausärztliche Kandidatin für den Vorsitz der KV Baden-Württemberg tritt die wiedergewählte Schriftführerin Dr. Doris Reinhardt an.

Die spannende Frage ist, wie es im HzV-Musterländle – gemeinsam mit der AOK und Medi – bei den Selektivverträgen weitergehen wird. Ins Hausarztprogramm der AOK sind rund 1,5 Mio. von 4,5 Mio. Versicherten eingeschrieben.

Prof. Buhlinger-Göpfarth und Dr. Bublitz verfolgen die Idee einer „hausarztpraxiszentrierten Versorgung“. Die Delegierten stimmten dafür, die Zuordnung der Leistungen in der HzV auf die gesamte Praxis in Form eines Betreuungsteams und nicht nur auf die LANR als Leistungserbringer zu ermöglichen.

In besser ausgebildetes Personal investieren

Dazu gehörten Delegationskonzepte und die Akademisierung der Verah, erklärt die neue Verbandschefin. „Wir haben eine klare Vorstellung, was wir delegieren wollen.“ Darüber sei nun mit den Krankenkassen zu verhandeln. Es gehe darum „in besser ausgebildetes Personal zu investieren“; die Kassen sollen dafür das Geld, z.B. über Verah-Zuschläge, bereitstellen.

Verbandsvize Dr. Bublitz ergänzt: Die Krankenhäuser könnten höhere Gehälter bezahlen, sodass für MFA der Anreiz bestehe, dorthin zu wechseln. Dem soll angesichts des steigenden Behandlungsbedarfs entgegengewirkt werden.

Ebenfalls soll die Sicherung des Praxisnachwuchses wieder mehr Gewicht im Verband erhalten. Vorgesehen ist zudem zusätzlicher Service für die Praxen, um diese bei Aufgaben zu entlasten. Auch über eine Digitalisierung mit Mehrwert wird zu sprechen sein. An der „Elektronischen Arztvernetzung“, parallel zur TI, hält der Verband fest. Über eine Mio. eAU seien schon verschickt worden.

Medical-Tribune-Bericht