Jede dritte Praxis will Software wechseln
Die Zi-Erhebung zeigt deutliche Unzufriedenheit: Viele Praxen kämpfen mit teurer, fehleranfälliger Verwaltungssoftware und TI-Störungen. Jede dritte Einrichtung plant bereits den Wechsel ihres Systems.
Sie suchen für Ihre Praxis eine leistungsfähige Software oder möchten IT-Prozesse optimieren? Dann sollten Sie das Praxisverwaltungssystem (PVS)-Monitoring des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) als Entscheidungshilfe zu Rate ziehen, empfiehlt sich das Institut von KBV und KVen selbst. 2025 hat es erneut Praxen und MVZ zu ihren Erfahrungen befragt. Ausgewertet wurden die Antworten von 3.191 Einrichtungen. 32 PVS (mit einem Marktanteil von insgesamt 77,4 %) wurden in die Analyse einbezogen. Für sie lagen jeweils mindestens sechs Bewertungen vor. Im vierten Quartal 2025 waren laut KBV insgesamt 131 unterschiedliche Systeme in der Anwendung.
Die Bewertungen von 2024 und 2025 seien insgesamt sehr konsistent, stellt der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried fest. „Systeme mit geringer Nutzerfreundlichkeit, hohen Fehlerraten und oft mangelhaftem Service werden weit überwiegend nicht weiterempfohlen. Wer konkret über einen Wechsel des Softwaresystems nachdenkt, sollte sich auf eines der positiv bewerteten Systeme fokussieren.“ Hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit stuften die Anwender fünf PVS als exzellent ein. Insgesamt würden sie jedoch 18 der 32 meistgenutzten Systeme nicht weiterempfehlen.
Systemwechsel ist in jeder dritten Einrichtung ein Thema
Laut Zi möchte aktuell jede dritte Arzt- und Psychotherapiepraxis ihr PVS wechseln. Weit mehr als die Hälfte begründet das mit mangelnder Nutzerfreundlichkeit sowie zu hoch empfundener Lizenzgebühren. Unzureichender Kundensupport (52 %) sowie versteckte Preissteigerungen und zu hohe Wartungskosten (jeweils 46 %) fördern ebenfalls die Bereitschaft, das PVS zu wechseln.
82 % aller Praxen berichten von regelmäßigen Problemen beim Auslesen der elektronischen Gesundheitskarte, 81 % von häufigen Fehlern beim Verbindungsaufbau des Konnektors mit der Telematikinfrastruktur (TI). Über 71 % klagen über regelmäßig auftretende Schwierigkeiten beim Erstellen des eRezepts.
Auch wenn die Fehleranfälligkeit bei Basisfunktionen der PVS insgesamt zurückzugehen scheint, so das Zi, „stellen sich die digitalen Arbeitsbedingungen insgesamt in den meisten Praxen eher als Be-, denn als Entlastung dar“. Da dies auch positiv bewertete PVS betreffe, dürfte ein PVS-Wechsel allein nicht vollständig Abhilfe schaffen.