Sonntag, 19. April 2015

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20.04.2007
Von: Md
Artikel Nummer: 10790
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Bei Rheuma nicht auf Erosionen warten!

Die Frühdiagnose und -therapie der rheumatoiden Arthritis sind das A und O, um den zerstörerischen Gelenkprozess aufzuhalten. Wer das Krankheitsbild frühzeitig erkennen will, darf sich allerdings nicht auf die Klassifikationskriterien verlassen.


Die rheumatoide Arthritis ist über folgende sieben Kriterien definiert:

  1. Morgensteifigkeit der Gelenke von mindestens einer Stunde Dauer
  2. Arthritis an drei oder mehr Gelenkregionen; mindestens drei Gelenkregionen zeigen gleichzeitig von einem Arzt festgestellte Weichteilschwellungen oder Gelenkergüsse. Folgende Regionen werden jeweils rechts und links bewertet: proximale Interphalangealgelenke (PIP), Metacarpophalangealgelenke (MCP), Hand-, Ellenbogen-, Kniegelenke, oberes Sprunggelenk, Metatarso-phalangealgelenk (MTP)
  3. Befall von mindestens einem Hand-, MCP- oder PIP-Gelenk
  4. Symmetrische Arthritis: gleiche Regionen rechts und links befallen
  5. Rheumafaktor im Serum
  6. Rheumaknoten (von einem Arzt beobachtet)
  7. Röntgenveränderungen an Hand- oder Fingergelenken (Erosionen, Osteopenie)

Rein formal müssen die Kriterien 1 bis 4 über mindestens sechs Wochen lang erfüllt sein, um im Arztbrief rheumatoide Arthritis schreiben zu können, erklärte der in Nienburg niedergelassene Rheumatologe Dr. Reinhard Hein beim Internistenkongress. Im Frühstadium ist diese Anforderung aber oft noch nicht erfüllt. Rheumaknoten kommen erst bei spätem chronischem Verlauf vor. Und die erosiven Veränderungen im Röntgenbild sollen durch eine Frühtherapie ja gerade verhindert werden. Die Klassifikation sei für die Frühdiagnose daher überhaupt nicht geeignet.

Übrigens: Wer Erosionen sucht bzw. ausschließen will, sollte unbedingt gleichzeitig Hände und Füße röntgen, riet der Kollege. Häufig sind sie nämlich zuerst am Kleinzehengrundgelenk erkennbar, selbst wenn der Patient „nur“ über Beschwerden an den Händen klagt.<right-indent-tab />

 

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