Freitag, 29. August 2014

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22.12.2003
Von: HS/CG
Artikel Nummer: 998
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Was Männeraugen sexy finden

Ein schwungvoller, federnder Gang kommt bei Männern sicher super an: Viele Frauen denken so - und befinden sich damit gewaltig im Irrtum. In einer originellen Bewegungsstudie fanden Forscher heraus, welches Gangbild das jeweils andere Geschlecht am meisten fasziniert.


Bewegungswahrnehmung spielt in der Natur eine zentrale Rolle. Sie entscheidet unter anderem über Flucht oder Angriff, soziale Verhaltensweisen und sexuelle Attraktivität, erläutert Professor Dr.

 

Nikolaus Troje von der Ruhr-Universität Bochum im Wissenschaftsmagazin "RUBIN".

Lichtpunkte verraten Geschlecht

Im Labor "BioMotionLab" der Fakultät Psychologie untersuchte man nun mit einem raffinierten Verfahren, wie das Gehirn komplexe Bewegungsmuster verarbeitet. Rund 100 Testpersonen steckte man in dunkle Kleider und befestigte an einigen Gelenken reflektierende Folienpunkte. Im dunklen Raum waren zunächst nur die Punkte zu sehen, beim Laufen aber "wurden innerhalb von Sekundenbruchteilen sich bewegende Menschen erkennbar", berichtet der Kollege.

Echte Männer sind Cowboys

Testpersonen, denen man diese Laufdaten am Monitor vorspielte, vermochten in drei Viertel der Fälle an der Bewegung der Körpersilhouette zu erkennen, ob es sich um Männer oder Frauen handelte. Bei den Erkennungsmerkmalen bestätigten sich altbekannte Prototypen: Ein echter Mann geht wie der Held im klassischen Westernfilm - breitbeinig, mit herausgestellten Ellenbogen und starken seitlichen Bewegungen der Schulter, so setzt er alles daran, Platz einzunehmen und sich größer und breiter zu machen, als er ist - so wie ein Taubenmännchen sich aufplustert oder ein Löwe seine Mähne sträubt, vergleicht Prof. Troje.

 

 

Frauen laufen dagegen "dezenter". Sie präsentieren sich eher schmal und halten beim Gehen die Ellenbogen nah am Körper. Den Oberkörper bewegen sie kaum seitwärts, vollführen aber mehr Drehung in den Hüften.

Männer lieben überkreuzte Frauenbeine

Um nähere Erkenntnisse über die Körpersprache zu gewinnen, forderte man die Testpersonen nach dem "Erkennungstest" auf, die sexuelle Attraktivität der Punkt-Licht-Läufer/-innen zu bewerten. Was den Sex-Appeal der männlichen Läufer betrifft, waren sich Beobachter beiderlei Geschlechts einig: Nicht der klassische Cowboy, sondern ein Mann, dessen Gang eine Komposition von Schwung, Kraft und Entschlossenheit zeigt, wirkt attraktiv.

 

 

Was die Fortbewegung der Damen angeht, klafften die Ansichten allerdings auseinander. Männer lieben bei Frauen den typischen "Catwalk", wie ihn Mannequins auf dem Laufsteg hinlegen: Sie setzen ihre Füße eng auf einer geraden Linie auf, im Extremfall überkreuzen sich die Beine sogar. Den breiten Männergang mit schwankendem Oberkörper darf sich eine Frau, die Männer umgarnen will, dagegen keinesfalls leisten: Das, so das Urteil der Herren, wirkt total unattraktiv.

Frauen finden Catwalk unattraktiv

Mit dem Selbstbild der Frauen, so zeigten die Analysen, deckt sich diese Einschätzung in keinster Weise. Die weiblichen Test-Beobachter empfanden bei der Frau ein schwungvolles, aufrechtes und entspanntes Gehverhalten mit viel vertikaler Bewegungskomponente als besonders anziehend. Das Etikett "unattraktiv" verpassten sie dagegen Frauen, die angespannt, verkrampft und wenig federnd liefen.

 

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