Mittwoch, 01. April 2015

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21.07.2003
Von: VGj8
Artikel Nummer: 4960
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Warum alte Menschen manchmal müffeln

Wenn alte Menschen unangenehm müffeln oder ihre Wohnung stark Lüftungs-bedürftig erscheint, kann dies eine gemeinsame Ursache haben: Die Nase der alten Herrschaften funktioniert nicht mehr so wie sie sollte.


Die menschliche Nase vermag zwischen 1000 und 100 000 verschiedene Duftmoleküle zu riechen und nimmt diese noch in Konzentrationen wahr, die von keinem Gaschromatographen mehr nachgewiesen werden können. Noch empfindlichere Riechorgane haben viele Tiere. Während die Zilienoberfläche einer menschlichen Nase gut 20 cm2 beträgt, kann ein Schäferhund mit 7 m2 aufwarten.

 

 

Damit der Geruchssinn überhaupt funktioniert, braucht es eine freie Nasenpassage, ein unbeschädigtes Riechepithel und intakte zentrale Bahnen und Strukturen, erklärte Professor Dr. Markus Wolfensberger von der HNO-Klinik des Kantonsspitals in Basel bei einer Fortbildungsveranstaltung der Geriatrischen Uniklinik Basel. Kommt es zu Riechstörungen, sind sie zu 21 % mit Erkrankungen der Nase bzw. Nasennebenhöhlen, zu 19 % mit Infekten der oberen Luftwege und zu 16% mit einem Schädeltrauma zu erklären. 21 % der Fälle sind idiopathisch. Ab der achten Lebensdekade wird der Riechsinn bei den meisten Menschen progredient schwächer. Vor allem lässt die Intensität des Geruchsempfindens nach, was kumulative Folge von durchgemachten Krankheiten, dem Einfluss von Noxen und Medikamenten sowie einer nachlassenden Regeneration der Sinneszellen ist.

 

 

Mit einer massiven Einbuße an Lebensqualität ist dies allerdings nicht unbedingt verbunden. Im Gegensatz zu jenen mit Seh- oder Hörstörungen nehmen zwei von drei Menschen mit Riechstörung diesen Funktionsverlust nicht einmal wahr. Auch Angehörige realisieren kaum, dass häufig eine Riechstörung dahinter steckt, wenn ältere Menschen plötzlich ungepflegte Körpergerüche verströmen und ihre Wohnung nicht mehr ausreichend lüften.

 

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