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Schweiß und chlorhaltige Desinfektionsmittel sorgen für Schadstoffbelastung im Übungsraum

Autor: Tobias Stolzenberg

Schweiß, der auf die Geräte gelangt, reagiert mit dem Chlor aus den Reinigern. Schweiß, der auf die Geräte gelangt, reagiert mit dem Chlor aus den Reinigern. © iStock/PeopleImages
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Die Körperausdünstungen, die ein Sportler im Fitnessraum abgibt, verschwinden nicht einfach gleich. Vielmehr reagieren sie mit Desinfektionsmitteln und bilden einen Schadstoffmix, dessen Effekte auf die Gesundheit unbekannt ist.

Sportler produzieren nicht nur eine Menge heißer Luft, sie tragen auch erheblich zur Schadstoffbelastung in den Fitnessräumen bei. Das könnte insbesondere dann zum Problem werden, wenn nach dem Training chlorhaltige Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, schreiben Wissenschaftler der University of Colorado. Sie hatten die Luft in einem Kraftraum vor, während und nach den Übungen mit Massenspektrometern und Gaschromatographen analysiert.

Chlor reagiert mit Aminosäuren

Wie sich zeigte, gibt ein trainierender Athlet bis zu fünfmal so viel Emissionen ab wie eine ruhig sitzende Person. Schweiß, der auf die Geräte gelangt, reagiert mit dem Chlor aus den Reinigern und es bildet sich ein Schadstoffmix, dessen Effekt auf die Luftqualität unklar ist, schreiben die Wissenschaftler. Nach eigenen Angaben hätten sie erstmals die sogenannten N-Chloraldimine in Trainingsräumen festgestellt. Diese Verbindungen seien das Reaktionsprodukt aus der hypochlorigen Säure der Desinfektionsmittel und freien Aminosäuren aus dem Sportlerschweiß, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Ganz ähnliche Schadstoffe, die aus Ammoniak und chlorhaltigen Reinigern entstehen können, gelten erwiesenermaßen als gesundheitsschädlich

Quelle: Finewax Z et al. Indoor Air 2020; DOI: 10.1111/ina.12781

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