Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Muß ich im Notfall trotzdem hin?
Folgende Situation: Hausbesuch sonntags bei einer Privatpatientin im Rahmen des Kassenärztlichen Notdienstes: Behandlung, Rechnung, später 1. und 2. Mahnung, Rechtsanwalt, Mahnverfahren, Patientin erklärt sich für zahlungsunfähig; ich erhalte letztendlich kein Geld. Ich werde nun ein Jahr später wieder im Notdienst zu der gleichen Patientin bestellt. Meine Frage: Kann ich die Behandlung verweigern, da ich ganz genau weiß, daß ich kein Geld erhalte?

Kann das ein Kortison-Kater sein?
Ich behandle einen 43jährigen Patienten, der vom Dermatologen wegen eines Pemphigus mit Aphthen im Mundbereich zehn Jahre lang 8mg Urbason® pro Tag verordnet bekam. Vor einem halben Jahr wurde das Medikament abgesetzt. Seither sind zwar keine Aphthen mehr aufgetreten, der Patient klagt jedoch über massive Gelenkbeschwerden bzw. Schmerzen im Bereich der Muskulatur von Oberarmen und Oberschenkeln, die auch nachts auftreten. Alle Laborwerte einschließlich Rheumaparameter lagen im Normbereich, eine Osteoporose konnte röntgenologisch und sonographisch ausgeschlossen werden. Äußerlich sind Muskeln und Gelenke unauffällig, keine Schwellung, keine Rötung, keine Überwärmung bei freier Beweglichkeit. Was könnte die Ursache sein?

Hafte ich dafür?
Das Rechenzentrum in Hünxe hat über die KV einen Schadensersatzantrag gegen mich gestellt. Es geht darum, daß aus meiner Praxis ein Kassenrezept über Sprechstundenbedarf an eine Apotheke herausgegeben wurde. Die Sprechstundenbedarfsverordnung war Hepatitis-B-Impfstoff; dieser durfte aber nicht als Sprechstundenbedarf verordnet werden, sondern nur auf den Namen des einzelnen Patienten. Dieses Rezept trägt jedoch keine Unterschrift. Ist es trotzdem gültig und reicht für eine Schadensersatzforderung aus?

Wo liegt die Ursache?
Bei meiner 78jährigen Patientin besteht seit 20 Jahren eine Polyneuropathie der Beine, die in letzter Zeit deutlich progredient ist. Das Taubheitsgefühl hat sich bis in die Knieregion ausgebreitet. Laborchemisch finden sich keine Auffälligkeiten bis auf einen einmalig gemessenen erhöhten Vitamin-B6-Spiegel auf das Dreifache der Norm. Alle bisherigen Behandlungsversuche, auch hochdosierte Vitamin-B-Gaben, brachten keinen Erfolg. Was könnte die Ursache sein? Gibt es Therapiemöglichkeiten?

Wie argumentiere ich beim Regreß?
Ich soll bei den Heilmitteln gekürzt werden. Zwar liege ich hier deutlich über Fachgruppenschnitt, bei den Arzneimitteln jedoch darunter. Das müßte doch eine sog. kompensatorische Einsparung sein. Außerdem sind meine Heilmittelverordnungen begründet. Ich habe krankengymnastische Übungsbehandlungen bei Insult, Querschnittslähmung, schwerer Polyarthritis mit Basistherapie sowie Kombinationen der genannten Leiden, TEP Knie und Hüfte, hochgradiger LWS-Degeneration mit Spinalkanalstenose und Querschnittslähmung bzw. bei Rollstuhlfahrern sowie Karzinompatienten verordnet.
Darf ich Sie bitte, mir die Vorgehensweise aufzuzeigen, um auf der einen Seite nicht die von mir verordneten Heilmittel selbst bezahlen zu müssen, auf der anderen Seite nicht die stets begründeten und mit den Krankengymnasten durchgesprochenen Behandlungsplan zu gefährden.

MDK will mich zur Überweisung zwingen
Der Medizinische Dienst fordert mich auf, zur Beurteilung der weiteren Arbeitsunfähigkeit bei einer Patientin eine dritte Arthroskopie durchführen zu lassen, obgleich ich als Hausarzt hierfür keine medizinische Indikation sehe. Insbesondere geht es dabei um die Frage, wieweit durch den MDK ärztliche Eingriffe vorgeschrieben werden dürfen, sowie die Aufforderung zur Ausstellung einer Überweisung und Verursachung von Untersuchungskosten zu Lasten der Krankenkassen und unseres ärztlichen Budgets überhaupt rechtmäßig sind.

Hilft jetzt die Serologie weiter?
Ich betreue eine 23jährige Patientin mit positiver Chlamydien-Serologie. Seit August ´97, damals war die Patientin noch Trägerin eines Intrauterin- Pessars, klagt sie über Bauchschmerzen bis hin zu Bauchkrämpfen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Glieder- und Kopfschmerzen sowie über ein allgemeines Schwächegefühl. Unter Mitbehandlung eines Gynäkologen wurde die Patientin mit Doxycyclin, Erythromycin und Klacid® behandelt. Nach jeder Therapie fühlte sie sich zunächst beschwerdefrei, dann traten fast die gleichen Symptome wieder auf. Die Patientin war früher eine begeisterte Sportlerin und überhaupt sehr leistungsfähig. Jetzt fällt es ihr zunehmend schwerer, den Anforderungen am Arbeitsplatz gerecht zu werden. Wie kann meiner Patientin geholfen werden?

Wundversorgung neben Verband abrechnen?
Von der Fleischerei Berufsgenossenschaft wird mir mitgeteilt, daß bei einer Wundversorgung die Ziffer 200 neben der Ziffer 2004 nicht berechnungsfähig ist. Es können nur die besonderen Kosten abgerechnet werden. Hierzu wird auf die Anmerkungen im Text zu Ziffer 200 der GOÄ hingewiesen. Wie ich mich erinnerte, bei Ihnen gelesen zu haben, ist bei GOÄ- Abrechnung diese Kombination doch sinnvoll und möglich. Ich bitte dies zu prüfen.

Mit Globuli auf Läuse schießen?
In der Schule meines Sohnes tritt häufiger Kopflaus-„Alarm“ auf. Den Kindern wurde nun ein Schreiben mitgegeben, in dem eine vorbeugende homöopathische Therapie mit Sabadilla D12 empfohlen wird. Ich störe mich sehr daran, im Prinzip gesunde Kinder an eine Tabletteneinnahme zu gewöhnen, auch wenn es homöopathische oder „natürliche“ Stoffe sind. Was sagen die Experten dazu ?

Was lindert den Schmerz?
Ich betreue eine 40jährige Patientin mit ausgedehnter Sklerodermie. Gegen die starken Schmerzen verordnete ich der Patientin Rantudilxae forte und Valoron6reg;, später zusätzlich bei Bedarf L-Polamidonxae Hoechst. In der Hoffnung, die Patientin wieder vom L-Polamidon loszukriegen, habe ich sie stationär eingewiesen. Dort bekam sie Novalginxae 3mal 25 Tropfen täglich und Morphinsulfat (MST 10 1 bis 2 Tabletten täglich) - also gerade, was ich nicht wollte, und das Ergebnis ist nicht befriedigend. Was kann ich tun?

Osteoporose vorprogrammiert?
Laborarzt
Heidelberg:
Ist ein niedriger Östradiol-Spiegel unter 20-pg/ml bei nicht erhöhten-Gonadotropinspiegeln (unter 8-U/l) bei 20- bis 30jährigen Frauen, die Ovulationshemmer einnehmen, ein Grund zur Substitution? Besteht aufgrund der niedrigen Östradiolwerte ein für später vorprogrammiertes Osteoporose-Risiko?

Ist süßes Obst erlaubt?
Von Patienten mit Typ-II-Diabetes höre ich immer wieder, daß ihnen Ernährungsberater, aber auch Ärzte verbieten, Trauben oder Bananen zu essen. Manchen Patienten wurde sogar untersagt, überhaupt Obst zu verzehren. Wohingegen Fruchtzucker in Diätmarmelade, -kuchen oder -säften erlaubt wird. Welcher Zuckergehalt befindet sich in welchem Obst? Welches süße Obst können Diabetiker ohne Bedenken genießen?

Wie kann ich mich wehren?
Rein rechnerisch müßte jeder Kollege in meinem Bezirk 2,3- bis 2,5mal einen Notfalldienst pro Halbjahr leisten. Man sollte daher meinen, daß man 3mal „drankommt“, das folgende Halbjahr dann 2mal und so weiter. Der Kollege, der im Auftrag der KV den Dienstplan erstellt, sieht das aber anders: Er selbst macht überhaupt keinen Bereitschaftsdienst, anderen Kollegen teilt er jeweils nur einen Dienst pro Halbjahr zu, mich rundet er immer auf 3 auf. Alle Kollegen üben ihre Kassenpraxis in vollem Umfang aus. Sofort nach Erhalt des Dienstplanes 1. Halbjahr 1998 habe ich bei der KV Einspruch gegen diesen Plan erhoben. Inzwischen sind über drei Monate vergangenen, passiert ist bis heute nichts. Wie kann ich mich gegen ungerechte Dienstpläne wehren? Wie wäre die Rechtslage, wenn ich einfach sage, den zuviel zugeteilten Dienst mache ich nicht und dies der KV rechtzeitig mitteilen würde?

Wie komme ich an mein Geld?
Insgesamt gesehen ist die Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften zufriedenstellend (außer dem Ostabschlag). Nur bei den diversen Anfragen haperts. In mehreren Fällen habe ich nichts bekommen, z.B. bei einer Anfrage betreffs einer Berufskrankheit habe ich wegen des großen Umfangs der Recherchen 30 DM verlangt, aber nichts bekommen.

Was hilft dieser alten Dame?
Meine 75jährige Patientin leidet seit Jahren unter zunehmendem Meteorismus mit deutlicher (geruchloser) Flatulenz, die bei zunehmender Sphinkterunzuverlässigkeit peinliche Situationen verursacht. Es gibt keine Hinweise auf eine exkretorische Pankreasinsuffizienz, der Stuhl ist frei von pathogenen Pilzen. Simethicon half nicht.

Schweigepflicht verletzt?
Mein Problem ist die Interpretation der ärztlichen Schweigepflicht. Als Facharzt für Allgemeinmedizin betreute ich eine ältere Patientin regelmäßig alle 2 bis 4 Wochen durch Hausbesuche einige Jahre. Die Multimorbidität erlaubte es aus rein medizinischen Gründen nicht mehr, die Patientin in die Praxis kommen zu lassen. Bis zum Tode der Patientin vor einem Jahr wurde sie von ihrer in der Nachbarschaft lebenden Tochter im Durchschnitt 1 bis 2 Stunden täglich versorgt. Der Ehemann dieser Tochter besorgte die notwendigen Einkäufe für die Patientin. Oft erzählte mir die Patientin von der liebevollen Betreuung durch ihre Tochter und deren Ehemann. Die Patientin hinterließ ein Testament, in dem sie ihrer Tochter ihr Haus und Grundstück vererben wollte, wenn diese sie in gesunden und kranken Tagen pflege. Der Sohn der verstorbenen Patientin bestreitet nun, daß die Tochter (seine Schwester) diese Bedingung erfüllt habe. Nun werde ich als Zeuge vor Gericht zitiert, um über die Betreuung der Patientin durch die Tochter auszusagen. Darf ich wegen der ärztlichen Schweigepflicht dazu überhaupt Aussagen machen? Außerdem waren die Tochter und deren Ehemann zur damaligen Zeit auch in meiner Behandlung wegen einer Ehekrise, die durch eine allzugroße Inanspruchnahme der Tochter durch die Patientin ausgelöst wurde. Darf ich das vor Gericht erwähnen?

Was stört den Bauch im Liegen?
„Bei meinem 53jährigen Patienten, der 1962 appendektomiert wurde, bestehen seit 6 Jahren linksseitige Mittel- und Unterbauchschmerzen, die sich nahezu jede Nacht einstellen und, nachdem er aufgestanden ist, innerhalb einer Stunde abklingen. Diagnostisch findet sich kein Hinweis auf ein entzündliches Geschehen, Gastroskopie und Koloskopie sind unauffällig. Für ein Colon irritabile sind die Beschwerden untypisch. Um was könnte es sich handeln?“