Aortenaneurysma

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In der 3D-Rekonstruktion der CT-Angiografie erkennt man ein infrarenales Aortenaneurysma.

Die Ausbildung von Aneurysmen ist nach der Atherosklerose die zweithäufigste Erkrankung der Aorta. Je nach Lokalisation spricht man von thorakalen Aortenaneurysmen (TAA) oder abdominellen Aortenaneurysmen (AAA). Hauptrisiko ist in beiden Fällen die Ruptur, die im akuten Fall sehr schnell tödlich enden kann. Durch eine rechtzeitige Intervention mit Ausschaltung des Aneurysmas kann dies verhindert werden. Wichtig ist hier die richtige Indikationsstellung, da auch diese Eingriffe nicht ganz ohne Risiko sind. Thorakales Aortenaneurysma (TAA): TAA machen nur etwa 3 % aller Aortenaneurysmen aus. Sie können in verschiedenen Abschnitten der thorakalen Aorta auftreten. Am häufigsten findet man sie bei älteren Menschen im Bereich der aszendierenden Aorta als Folge einer Aortenwanddegeneration. Deutlich seltener sind TAA im Bereich von Aortenbogen und Aorta descendens.  Die Inzidenz von TAA beträgt circa fünf bis zehn pro 100.000 Patientenjahre mit einem Häufigkeitsgipfel in der sechsten und siebten Lebensdekade. Männer sind zwei- bis viermal häufiger betroffen als Frauen. Prädisponierende genetische Erkrankungen sind das Marfan-Syndrom und Loeys-Dietz-Syndrom, die beide zu einer Gefäßwandinstabilität führen. Hier tritt dass TAA schon in jüngeren Lebensjahren auf. Auch das Syndrom der bicuspiden Aortenklappe, das man gehäuft bei Turner-Patientinnen findet, geht mit einer erhöhten TAA-Inzidenz einher. Eine sehr seltene Ursache eines TAA ist die Aortitis. Das Risiko einer Dissektion oder Ruptur steigt steil an, wenn der aortale Durchmesser 60 mm für die aszendierende und 70 mm für die deszendierende Aorta übersteigt. Eine gefürchtete Komplikation ist die Aortendissektion Typ Stanford A (Dissektion der Aorta ascendens mit oder ohne Befall distaler Anteile), die mit einer hohen Letalität einhergeht. Abdominales Aortenaneurysma (AAA)Abdominale Aortenaneurysmen betreffen in der Regel alle Wandschichten. Gewöhnlich wird von einem AAA ausgegangen, wenn der Durchmesser der abdominalen Aorta 30 mm überschreitet.  Eine weitere Klassifikation bezieht sich auf die Position zu den Nierenarterienabgängen: Infrarenales AAA: normale Aorta zwischen der oberen Ausdehnung des Aneurysmas und dem Abgang der Nierenarterie Juxtarenales AAA: Aneurysma dehnt sich bis zu den Nierenarterienabgängen aus, schließt diese aber nicht ein Pararenales AAA: reicht bis zur juxtarenalen Aorta oder der Basis der A. mesenterica superior heran und schließt die Abgänge der Nierenarterien ein Suprarenales AAA: involviert einen Nierenarterienabgang, aber dehnt sich auch oberhalb des Nierenarterienabgangs bis zur Basis der A. mesenterica superior aus. Die wesentlichen Risikofaktoren für ein AAA sind männliches Geschlecht und Rauchen. Beim erstmaligen Screening älterer Männer liegt die Inzidenz bei etwa 1,3 bis 1,7 %.  Rupturrisiko: Die jährliche Rupturrate liegt bei 1 % oder weniger bei einem Durchmesser des AAA < 5 cm. Das 1-Jahresrupturrisiko steigt mit der Aneurysmagröße an und übersteigt 10 % bei Patienten mit einem AAA > 6 cm. Bei einem AAA-Durchmesser von > 8 cm kann das Rupturrisiko bis zu 25 % nach 6 Monaten betragen. Begünstigende Faktoren für eine Ruptur sind neben dem höheren Durchmesser weibliches Geschlecht und aktuelles Rauchen.