Lipödem

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Sehr ausgeprägtes Lipödem. Abgebildet ist das rechte Bein - die Kniescheibe, im Bild rechts, ist von einem herabhängenden Lipödem verdeckt. Es besteht daneben eine starke Adipositas - die untere Bauchdecke hängt sackartig herab (Im Bild oben, verdeckt durch Strickkleidung).

Das Lipödem ist eine chronische und progrediente Erkrankung, die nahezu ausschließlich bei Frauen auftritt. Gekennzeichnet ist sie durch eine Fettverteilungsstörung mit deutlicher Disproportion zwischen Stamm und Extremitäten. Diese entsteht aufgrund einer umschriebenen, symmetrisch lokalisierten Unterhautfettgewebsvermehrung im Bereich von Beinen und/oder Armen. Zusätzlich bestehen Ödeme, die durch Orthostase verstärkt werden, sowie eine Hämatomneigung nach Bagatelltraumen. Das Lipödem beginnt in der Regel in einer Phase hormoneller Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Klimakterium. Genaue Zahlen zur Epidemiologie gibt es nicht, die Zahlen schwanken zwischen 0,1 bis knapp 10 % aller Frauen, wobei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird.    Die genaue Pathogenese des Lipödems ist nicht bekannt. In bis zu 60 % der Fälle wurde eine genetische Komponente mit familiärer Häufung beschrieben. Es kommt zu einer Hypertrophie und Hyperplasie der Fettzellen, Veränderungen des Bindegewebes und Kapillarpermeabilitätsstörungen mit vermehrtem Flüssigkeitsaustritt in das Interstitium und verstärkter Hämatomneigung. Durch den dadurch verstärkten Lymphabtransport kann sekundär auch das Lymphgefäßsystem degenerativ verändert werden, was zu einem sekundären Lymphödem führen kann (Liplymphödem). Zusätzlich wurde unter Orthostasebedingungen ein verzögerter und verminderter veno-arterieller Reflex (VAR) mit Ödemneigung gezeigt.  Eine zusätzlich bestehende Adipositas kann den Verlauf und das Beschwerdebild des Lipödems verschlechtern.