mRNA-Immuntherapie beim Melanom

mRNA-Impfstoff könnte Rückfallrisiko beim Melanom halbieren

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Der auf individuelle Tumormutationen zugeschnittene mRNA-Impfstoff gilt als möglicher Meilenstein der personalisierten Onkologie (Symbolbild).

49 % weniger Rezidive, 59 % weniger Fernmetastasen – die Fünf-Jahres-Daten der KEYNOTE-942-Studie sind überzeugend. Der darin untersuchte personalisierte Add-on-mRNA-Impfstoff könnte schon 2027 zugelassen werden.

Eine adjuvante Impfung gegen schwarzen Hautkrebs, die Tumorzellen eindämmt, die Lebenszeit der Betroffenen verlängert und dabei gut verträglich ist: Dieses Ziel scheint zum Greifen nah, nachdem aktuell die Fünf-Jahres-Ergebnisse der KEYNOTE-942-Studie vorliegen.

An der in den USA und Australien durchgeführten Phase-2b-Studie nahmen 157 Menschen mit einem chirurgisch entfernten kutanen Melanom im Stadium IIIB bis IV teil, berichtet das Forscherteam um Prof. Dr. Adnan Khattak vom Hollywood Private Hospital und der Edith Cowan University in Perth. Gemäß Randomisierung erhielten 50 Personen nur die adjuvante Standardtherapie, 18 Dosen des Checkpointinhibitors Pembrolizumab. Die übrigen 107 erhielten zusätzlich 9 Dosen mRNA-4157/V940 (Intismeran), eine mRNA-basierte personalisierte Neoantigentherapie. Es handelt sich dabei um einen bis zu 34 Tumorantigene kodierenden mRNA-Impfstoff in Form eines Lipidnanopartikels. Dieser wird mithilfe von Tumorgewebeproben hergestellt und auf diese Weise gezielt auf das individuelle Mutationsmuster zugeschnitten.

 

Warum gilt die Therapie als möglicher onkologischer Durchbruch?

Die bereits vielversprechenden Zwei-Jahres-Daten der KEYNOTE-942-Studie setzten sich nach median 60 Monaten Nachbeobachtungszeit fort: Die Kombination aus Pembrolizumab und der mRNA-Impfung senkte im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit dem PD1-Inhibitor das Risiko für ein Tumorrezidiv oder Tod um 49 % (HR 0,510) und das Risiko für eine Fernmetastasierung oder Tod um 59 % (HR 0,411).

Auch hinsichtlich des Gesamtüberlebens zeichnete sich ein günstiger, jedoch angesichts der geringen Stichprobengröße statistisch nicht signifikanter Trend ab. Die Nebenwirkungen der Kombinationstherapie erwiesen sich als gut beherrschbar, neue Sicherheitssignale beobachteten die Forschenden nicht. Die mRNA-4157/V940-Impfung soll Pembrolizumab dabei unterstützen, die neoantigenspezifische T-Zellantwort gegen die Tumorzellen zu verstärken. Dass dies zu funktionieren scheint, zeigen die größere T-Zellrezeptor-Klonalität sowie das Auftreten neuer Klonotypen in der mRNA-Gruppe.

Welche Hürden stehen einer breiten Anwendung noch im Weg?

Gegenwärtig vergleicht eine größere Phase-3-Studie die beiden Therapiestrategien an rund 1.000 Melanomkranken. Sollten sich die KEYNOTE-942-Ergebnisse hier bestätigen, könnte eine rasche Zulassung des Krebsimpfstoffes folgen – der beteiligte Konzern hält die Markteinführung bereits 2027 für möglich. Die Bedeutung der Zulassung reicht allerdings weit über das Melanom hinaus: Fachleute sprechen bereits von einem Meilenstein der individualisierten Immuntherapie solider Tumoren sowie von einem möglichen Durchbruch der mRNA-Impfung in der Onkologie. Einen Nachteil sehen sie im der logistisch aufwendigen und teuren Herstellung – pro Behandlungsfall könnten Kosten in Höhe von mehr als 300.000 Euro anfallen.

Pressemitteilung Science Media Center

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