Psoriasis wird bei den meisten im Winter schlimmer
Während der Wintermonate können sich die Psoriasissymptome bei einigen Patienten verschlimmern. Grund dafür ist vermutlich der proinflammatorische Hab-Acht-Zustand in dem sich das Immunsystem zu dieser Jahreszeit befindet.
Fragt man Psoriasispatienten, welche Faktoren bei ihnen zu einem Schub führen oder die Symptome verschlimmern, geben die meisten schulischen bzw. beruflichen Stress an. In einer englischen Studie mit 186 Patienten aus 15 Ländern zeigte sich bei 27 % der Befragten auch eine tageszeitliche Abhängigkeit der Symptome: Viele berichteten von einer Verschlimmerung abends bzw. nachts. Rund 67 % der Teilnehmer gaben außerdem eine saisonale Verschlechterung im Winter an.
Anogenitalen Befall abklären
Jahreszeitliche Dynamik in die Therapie einbeziehen
Professor Dr. Ulrich Mrowietz von der Universitäts-Hautklinik Kiel beobachtet einen ähnlichen Trend bei seinen eigenen Patienten. Zwar berichteten 40 % seiner befragten Patienten von einem über das Jahr gesehen stabilen Verlauf, dennoch bemerkte auch von ihnen fast jeder Dritte eine Verschlechterung in den Wintermonaten. Die Wissenschaftler aus England erklären sich dieses Phänomen damit, dass das Immunsystem im Winter generell „hochfährt“ – wahrscheinlich, um die Abwehrbereitschaft zu erhöhen, so Prof. Mrowietz. Dies könnte bedeuten, dass man bei Patienten mit jahreszeitabhängiger Krankheitsdynamik bereits im Herbst damit anfangen sollte, die Therapie eventuell anzupassen. Es wäre denkbar, z.B. nur im Winter auf eine Systemtherapie zu eskalieren. Studiendaten gibt es dazu bislang aber nicht.Quelle: 14. Dermatologie-Update-Seminar (Online-Veranstaltung)