Mehr schwere Ketoazidosen








Lockdown verzögert Diagnose von Typ-1-Diabetes bei Kindern

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Aufgrund der Pandemie drücken sich wahrscheinlich viele Eltern vor einem Arztbesuch.

Eltern scheuen während der Pandemie möglicherweise eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem medizinischen Versorgungssystem. Doch diese Vorsicht kann dazu führen, dass bei ihren Kindern ein neu aufgetretener Typ-1-Diabetes zu spät diagnostiziert wird.

Dies könnte zumindest eine Erklärung dafür sein, dass während des Lockdowns im Frühjahr 2020 die Häufigkeit diabetischer Ketoazidosen im Zusammenhang mit der Manifestation eines Typ-1-Diabetes signifikant höher lag als in entsprechenden Vorjahreszeiträumen.

Dies zeigte eine Auswertung von Daten aus dem DPV*-Regis­ter, die Professor Dr. Wolfgang­ Rathmann­ vom Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf vorstellte. So hatte zu Beginn der Pandemie Mitte März bis Mitte Mai 2020 von 532 Kindern und Jugendlichen fast die Hälfte (44,7 %) bei der Typ-1-Dia­betes-Diagnose bereits eine Ketoazidose. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es 24,5 % und 24,1 % im Jahr 2018.

Unter Sechsjährige besonders gefährdet

Auch der Anteil schwerer diabetischer Ketoazidosen lag im Frühjahr 2020 mit 19,4 % signifikant höher als in den Vorjahren 2019 (13,9 %) und 2018 (12,3 %). Am stärksten gefährdet waren kleine Kinder unter sechs Jahren. Den Analysen zufolge betrug die Rate in dieser Altersgruppe 51,9 %. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag der Anteil bei 18,4 % und 24,2 % im Jahr 2018.

Quelle: Diabetes-Update 2021

* Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation

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