5-HT-Rezeptoren im GI-Trakt

Bedeutung von Serotonin bei Gastroparese und funktioneller Dyspepsie

Aus der Fachliteratur
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|Lesezeit: 3 Min
Nur 5 % des körpereigenen Serotonis befindet sich in den Neuronen des Gehirns; der größte Teil ist im Darm lokalisiert, wo 5-HT als wichtiges gastrointestinales Signalmolekül fungiert.

Serotonin ist ein zentraler Regulator der Funktion des oberen Gastrointestinaltrakts. Relevanz besitzt der Transmitter vor allem für Motilität und Sensitivität. Mit seinen multiplen Rezeptoren bietet sich Serotonin als vielseitiges Target an für die medikamentöse Behandlung von Gastroparese und der funktionellen Dyspepsie.

Die weitaus überwiegende Menge von endogen produziertem Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT), etwa 90 %, entsteht im Darm, und zwar im enterischen Nervensystem und in den enterochromaffinen Zellen. Kein Wunder also, dass auch ein Einfluss des Darmmikrobioms auf Neurotransmitter wie Serotonin nicht ausgeschlossen werden kann. Bedeutung hat der Neurotransmitter nicht nur für die Motilität, sondern auch für die Sensitivität des oberen Gastrointestinaltrakts. Serotonin aus dem enterischen Nervensystem spielt darüber hinaus eine Rolle für die Immunfunktion.

Funktionelle Dyspepsie oder Gastroparese verursachen unangenehme gastrointestinale Symptome, ohne dass sich eine strukturelle Ursache dafür identifizieren lässt. Sie sind aber häufig mit einer sensomotorischen Dysfunktion verbunden, für die Serotonin eine zentrale Rolle spielt. Multiple 5-HT-Rezeptor-Subtypen im Gastrointestinaltrakt mit unterschiedlichen Funktionen lassen serotonerge Substanzen in der Therapie der funktionellen Dyspepsie oder der Gastroparese interessant erscheinen. Sie machen die therapeutische Anwendung aber auch komplex.

 

5-HT4-Agonisten in Leitlinien bei Gastroparese empfohlen

Große Wirksamkeitsstudien mit serotonergen Substanzen bei funktioneller Dyspepsie und Gastroparese fehlen bisher. Untersuchen lässt sich die Rolle von Serotonin im Gastrointestinaltrakt durch Gabe von 5-HT-Agonisten oder -Antagonisten unter akuter Tryptophan-Depletion. Diese führt dazu, dass die Magenverweildauer zunimmt. 5-HT1a-Agonisten wie Buspiron scheinen die Magenentleerung zu verzögern, während 5-HT4-Agonisten sie in den meisten Studien beschleunigen. Da sie die mit der Parese verbundenen Symptome verbessern, werden 5-HT4-Agonisten in Leitlinien durchweg zur Therapie der Gastroparese empfohlen.

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