Bei hepatosplenischen T-Zell-Lymphomen allogen transplantieren
Beim hepatosplenischen T-Zell-Lymphom fehlt bisher eine Standardtherapie. Registerdaten der EBMT Lymphoma Working Party legen nun nahe: Eine allogene Stammzelltransplantation kann selbst ohne Remission Langzeitüberleben ermöglichen.
Hepatosplenische T-Zell-Lymphome sprechen schlecht auf Zytostatika an und es gibt bisher keine etablierte Standardtherapie. Obwohl nur dünne Evidenz existiert, setzen Ärzt:innen oft eine aggressive Chemotherapie ein, gefolgt von einer allogenen Stammzelltransplantation bei Ansprechen. Eine retrospektive Analyse von Dr. Imke E. Karsten, Universitätsklinikum Münster, und Kolleg:innen stützt dieses Vorgehen nun.
Mehr als 100 Erkrankte nach HSCT ausgewertet
Sie werteten retrospektiv Daten von 121 Erwachsenen mit hepatosplenischem T-Zell-Lymphom aus einem Register der EBMT* aus, die eine allogene (n = 94) oder autologe Stammzelltransplantation (n = 27) erhalten hatten. Median waren die Erkrankten 36 bzw. 37 Jahre alt und zu etwa zwei Dritteln Männer. 47 % hatten eine Erstlinientherapie mit Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednisolon oder eine Variante davon durchlaufen.
Unter den allogen Transplantierten betrug die Drei-Jahres-PFS-Rate 50,5 % und die Gesamtüberlebensrate zu diesem Zeitpunkt 55,0 %. 11,7 % waren aus Gründen abseits eines Rezidivs gestorben und insgesamt 37,9 % hatten einen Progress erlitten.
Diese Faktoren beeinflussen die Prognose
In der Gruppe, die eine allogene Transplantation erhielt, identifizierten die Forschenden folgende Faktoren, die mit einer besseren Prognose einhergingen:
normale Laktatdehydrogenase-Konzentration
Komplettremission zum Zeitpunkt der Transplantation
erst eine Therapielinie vor der Transplantation (univariat und nur für das Gesamtüberleben)
Keine Rolle schienen hingegen die Art des Donors, die Intensität der Konditionierung oder eine vorherige Immunsuppression zu spielen.
Mit einer autologen Stammzelltransplantation lebten zur 36-Monats-Marke noch 63,5 % der Patient:innen, jedoch nur 38,9 % progressionsfrei. Die Hälfte aller Behandelten rezidivierte innerhalb von drei Jahren.
Wie das Team betont, schienen die wenigen Patient:innen, die eine autologe Transplantation erhalten hatten, hochselektiert und hatten u. a. erheblich häufiger vorher eine Komplettremission erreicht (74 % vs. 44 %). Deshalb verzichteten die Forschenden auf einen direkten Vergleich beider Ansätze.
Autologe Transplantation nur für ausgewählte Erkrankte
Eine allogene Stammzelltransplantation stelle die Behandlung der Wahl für alle geeigneten Erkrankten mit hepatosplenischem T-Zell-Lymphom dar, bilanzieren die Autor:innen. Mehr als die Hälfte derer, die auf die konventionelle Chemotherapie ansprachen, überlebte so langfristig – unter jenen mit Progress vor der Transplantation sei es immerhin ein Drittel. Aufgrund dieser Daten und aus Mangel an wirksamen Alternativen solle man diese Behandlung auch bei fehlender Remission anbieten. Eine autologe Transplantation sollte aus Sicht der Expert:innen wiederum Erkrankten vorbehalten bleiben, die eine Komplettremission erreicht haben und sich nicht für die allogene Variante eignen.
* European Society for Blood and Bone Marrow Transplantation
Karsten IE et al. Lancet Haematol 2026; doi: 10.1016/S2352-3026(26)00147-X
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